Neue Ausstellung in Falkenstein: Die Juden und einer ihrer Retter

Eine Schau im Heimat- museum erzählt vom jüdischen Leben in der Stadt und Alfred Roßner, der seinen Mut mit dem Leben bezahlte. Heute ist Eröffnung.

Falkenstein.

Ralph Ide hat lange recherchiert, dafür Kontakte nach Polen, Israel und in die USA geknüpft. Nun ist es soweit: Gemeinsam mit dem Heimat- und Museumsverein präsentiert der Mitarbeiter der Falkensteiner Sparkassen-Filiale ab heute die Ergebnisse. Titel: Jüdisches Leben in Falkenstein und Alfred Roßner im Ghetto Bendzin.

Von 1886 bis 1951 haben laut dem Neustädter Ide Juden in Falkenstein gelebt, insgesamt waren es etwa 250. 1933, als die Nazis die Macht ergriffen, seien es 70 bis 80 gewesen. Zehn von ihnen kehrten nach dem Holocaust kurzfristig in die vogtländische Kleinstadt zurück, einige konnten sich rechtzeitig retten, der Rest fiel dem Rassenwahn zum Opfer. Wie dieser in der deutschen Provinz damals im Alltag präsent war - davon zeugt beispielsweise das historische Foto, auf dem im Hintergrund der damalige "Stürmerkasten" an der Goethestraße zu sehen ist. "Die Juden sind unser Unglück", stand dort.

Eng mit dem jüdischen Leben der damaligen Zeit in Falkenstein verknüpft ist die Geschichte von Alfred Roßner. 1906 in Oelsnitz geboren, verbrachte er seine jungen Jahre in Falkenstein. Als Textilkaufmann folgte er der jüdischen Unternehmer-Familie Verleger von Falkenstein nach Bendzin in Polen. Als diese dort ihrer Firma enteignet wurde, empfahl Roßner sich den deutschen Besatzern als Treuhänder für dieselbe. Roßner nutzte seinen Status, um zahlreichen Juden und Polen zu helfen. Im Dezember 1943 flog er auf und starb an den Folgen eines Verhörs.

Roßners Todestag jähre sich demnach zum 75. Mal und sei ein Anlass für die Ausstellung, so Ralph Ide. Parallel erscheint demnächst eine Romanbiografie über Roßner im Mitteldeutschen Verlag. Die Autorin, Hannah Miska, ist heute bei der Eröffnung vor Ort. Ide greift in der Ausstellung auch auf ihre Recherchen zurück, weiteres Material lieferte eine US-amerikanische Filmregisseurin.

Die Ausstellung "Jüdisches Leben in Falkenstein - Alfred Roßner im Ghetto Bendzin" wird heute, 13.30 Uhr im Museum Falkenstein eröffnet. Die Schau dauert bis 14. Oktober.

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