Rathausumbau: Falkensteins Stadtchef muss ausziehen

Für mehr als sechs Millionen Euro wird das ehrwürdige Gebäude über mehrere Jahre saniert und umgestaltet. Die gesamte Verwaltung soll solange anderswo tätig sein.

Falkenstein.

Marco Siegemund (44) ist erst 2015 als neuer Bürgermeister ins Falkensteiner Rathaus eingezogen - und muss es schon bald wieder räumen. Dieses Los teilt er mit sämtlichen cirka 35 Mitarbeitern der Stadtverwaltung: Das 1903 eingeweihte Gebäude soll in den nächsten Jahren saniert sowie mit einem Anbau ergänzt werden. Planungen und Auftragsvergaben erfolgen im Laufe dieses Jahres, ab 2018 sollen dann die Bauleute anrücken. "Lärm, Staub und Schmutz werden dann das Arbeiten im Rathaus unmöglich machen; auch die Server, Datenkabel und Versorgungsleitungen sind gefährdet", so Siegemund. Deshalb habe man die Entscheidung getroffen, während der etwa zweijährigen Bauphase in ein anderes Objekt "in Rathaus-Nähe" umzuziehen. Welche Gebäude dabei in Frage kommen, dies werde momentan noch geprüft: "Wir müssen sehen, wo dies technisch machbar ist." Es werde jedenfalls kein kommunales Objekt sein: "Die Stadt hat leider nichts Geeignetes." Die Entscheidung dazu müsse möglichst bis zum Sommer fallen, damit man rechtzeitig mit dem Umzug beginnen könne.

Der Bürgermeister hofft, dass die Sanierung des Rathaus-Turmes vielleicht schon vorgezogen werden kann - hier müsse dringend gehandelt werden. Denn immer wieder lösten sich kleine Teile von der Sandstein-Fassade, weshalb unter anderem der Balkon bereits mit einem Netz gesichert werden musste. "Ich habe da ein ungutes Gefühl", sagt Marco Siegemund.

Die Rathaus-Sanierung bildet den Schwerpunkt der Projekte, die Falkenstein im Rahmen des Förderprogramms für kleine Städte und Gemeinden (KSP) begonnen hat. Deren Gesamtumfang liegt bei rund sieben Millionen Euro, davon fließen 6,3 Millionen ins Rathaus. Investiert werden sie unter anderem in einen Anbau, der die Tourismusinformation für Falkenstein und die Nachbarorte aufnimmt, in barrierefreien Zugang, Toiletten, Aufzüge, Brandschutz und die energetische Sanierung.

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