Supertanker hilft Feuerwehr in kritischen Situationen

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Die Feuerwehr der Stadt Auerbach hat am Dienstag den Schlüssel für ein Löschfahrzeug mit 8600 Litern Wasservorrat empfangen. Seinen Dienst kann das neue Flaggschiff erst im März antreten.

Auerbach.

Die Göltzschtal-Gemeinden sind für künftige Großbrände und kritische Situationen bei der Löschwasser-Versorgung jetzt besser gerüstet. Am Dienstagabend nahm die Freiwillige Feuerwehr Auerbach offiziell einen nagelneuen Supertanker des tschechischen Herstellers Tatra in Empfang. Wie Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) zur Schlüsselübergabe vor Gerätehaus am Feuerwehrplatz versicherte, werde es überörtlich eingesetzt.

Was das XXL-Löschfahrzeug kann, demonstrierten Kameraden zumindest ansatzweise vor Ort. Ein Wasserwerfer - in der Fachsprache Dachmonitor genannt - weichte mühelos den benachbarten Parkplatz ein. Per Frontsprühstation löscht das Fahrzeug Bodenbrände. Für die Bedienung der Technik braucht es lediglich drei Feuerwehrleute. So viele Besatzung kann das Schwergewicht maximal unterbringen. Anders sieht es bei der Beladung aus: Neben gängiger Feuerwehrtechnik passen 8600 Liter Wasser, 500 Liter Schaum und 50 Kilogramm Kohlendioxid-Löscher in seinen Bauch. Zum Vergleich: Das Tanklöschfahrzeug Baujahr 1995 kann 2700 Liter fassen.

"Wir haben lange um dieses Fahrzeug gerungen", sagte Manfred Deckert und richtete dann den Blick nach vorn. Sowohl im Stadtverkehr als auch im Gelände werde der Supertanker für die Fahrer "wahrscheinlich eine Herausforderung sein", so der Oberbürgermeister. "Das sind Dimensionen, die wir alle noch nicht kennen." Drei Jahre Wartezeit liegen hinter der Auerbacher Wehr. Das XXL-Löschfahrzeug sei "das Beste, was der Stadt und ihren Ortsteilen passieren konnte", fand Ex-Wehrleiter Gunter Heckel. Insbesondere dort, wo kein Zugang zu Löschwasser existiere, erleichtere das Fahrzeug den Feuerwehrleuten die Arbeit extrem. Und folglich auch bei Waldbränden. Die sind insbesondere seit den Dürrejahren 2018 und 2019 ein Thema. "Hier bei uns ist das Gott sei Dank noch nicht so aufgetreten. Aber in anderen Kommunen im Vogtlandkreis gab es das schon", sagte Auerbachs Feuerwehrchef Nico Voigtländer.

Als einen wichtigen Beitrag für die Bürger in Auerbach und Umgebung bezeichnet SPD-Stadtrat Friedrich Fuchs den Neuzugang. Auf Weitblick legt auch Jens Zeidler in seiner Funktion als Inspektionsbereichsleiter Wert. "Der Supertanker ist für die Sicherheit Bevölkerung und nicht für die Feuerwehr angeschafft worden", betonte er.

Am Montag war das "TLF 4000 mit Zusatzbeladung Wasser" auf den Hof gerollt - zwei Monate später als geplant. "Wegen Corona hat es Verzögerungen gegeben", sagte Voigtländer. Auch die Einreise aus Tschechien gestaltete sich deshalb alles andere als einfach. "Der Hersteller hat ihn bis an die Grenze gefahren. Dort ist er von einem deutschen Tatra-Vertreter übernommen und zum TÜV nach Plauen gebracht worden."

Jetzt warten Nico Voigtländer und seine 59 Kameraden starke aktive Truppe auf grünes Licht von der Prüfbehörde. Dann machen sich die Maschinisten mit dem Fahrzeug vertraut. Voigtländer schätzt, dass es frühestens Mitte März seinen Dienst antreten kann.

Im Vogtlandkreis sind insgesamt drei dieser XXL-Löschfahrzeuge per Sammelbestellung gekauft worden. Das zweite steht ebenfalls seit Montag in Oelsnitz; Pausa/Mühltroff erhält das Fahrzeug nächste Woche. 395 PS bringen 24 Tonnen Gesamtgewicht auf Touren. Das Löschfahrzeug ist knapp zehn Meter lang und gut 2,50 Meter breit. Ein Exemplar kostet etwas mehr als 410.000 Euro, wovon 258.000 Euro mittels Förderung bestritten werden.

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