Urnen-Experiment: Jugend wählt konservativ

Zur U18-Landtagswahl in Ellefeld haben die Christdemokraten das Rennen gemacht. 50 Jugendliche gaben ihre Stimme ab.

Ellefeld.

Was wäre, wenn Vogtländer unter 18 Jahre zur Landtagswahl antreten dürften? Die Jugendorganisation "Junges Ellefeld" wollte es genau wissen und hat diesen Test zwei Wochen vor dem Wahltag gemacht. 50 Mädchen und Jungen aus der Gemeinde und ihrem Umland gaben am Samstag im Büro der Organisation am Göltzschtalblick ihre Stimme ab. Sechs Stunden nach Eröffnung stand das Ergebnis fest: 20 Stimmen gingen auf das Konto der CDU, die mit Abstand an vorderster Front landete. Die weitere Rangfolge: FDP (8), Die Linke (6), AfD (6), SPD, Grüne, Tierschutzpartei, Piratenpartei, Die Partei (je 2).

Auch wenn letztendlich keine Stimme Gültigkeit besaß, der Ablauf entsprach fast demjenigen richtiger Wahlen. Der Unterschied: "Es kann nur eine Stimme für eine Partei abgegeben werden", erklärte "Junges Ellefeld"-Vorsitzender Lenny Roth. 19 Parteien standen auf der Liste.

Eine U18-Landtagswahl auszurichten, war für die Organisatoren selbstverständlich. "Bis jetzt sind wir zwar sehr oft, aber nur gesellschaftlich bei Festen unterwegs gewesen", so Lenny Roth (18). Es sei an der Zeit, auch politisch aktiv zu werden. Eine Anzeige in den Sozialen Medien veranlasste zum Handeln. Etwa 20 Mitglieder wurden als Wahlhelfer im Dreischicht-System rekrutiert und eine Wahlkabine von der Stadtverwaltung ausgeliehen. Zwei Drittel der 14- bis 18-jährigen in den eigenen Reihen gaben ihre Stimme ab.

Erik Mende ist Vorstandsmitglied und wollte unbedingt politisch Stellung beziehen. "Damit möchten ich und die anderen auch Parteien einen gewissen Vorausblick geben, wie es aussehen wird, wenn wir wahlberechtigt sind", erklärte er. Für den 16-jährigen Ellefelder kam nur die CDU in Frage. Dennoch sieht er bei "seiner" Partei noch Verbesserungspotenzial. "Ich wünsche mir, dass gerade die Klimabewegung ernst genommen wird und die CDU das mehr in ihren Fokus rückt", sagte er.

Zur Wahlurne schritten auch Jasmin Feustel und Alina Hochgeschwender aus Auerbach und Hammerbrücke. Sie fanden den Stimmungstest ebenfalls angebracht. "Es ist gut, auch mal Jüngere wählen zu lassen", sagte Jasmin Feustel. Vor der Wahl war die 17-Jährige noch nicht schlüssig, welche Partei ihre Interessen am ehesten vertritt. Eines war aber klar: "Auf jeden Fall nichts Rechtes." Die gleichaltrige Alina Hochgeschwender könnte sich sogar vorstellen, das Wahlalter auf 16 Jahre herabzusetzen. "Dann sollte man aber in der Schule gut darauf vorbereitet werden", schränkte sie ein. Ihr ist der Klimaschutz wichtig. "Da darf nicht nur geredet werden, es muss auch was passieren."

Nächste U18-Wahl Wer es nicht an die Ellefelder Urne schaffte, kann seine Stimme am 23. August in Muldenhammer abgeben. Dort steht das zweite U18-Wahllokal im Vogtlandkreis. Sachsenweit sind es 190. Initiator ist der Kinder- und Jugendring Sachsen.

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