Verdi setzt in Rodewisch Freistaat unter Druck

Mehr Geld, mehr Freizeit, mehr Personal: Dafür haben am Donnerstag Beschäftigte in Untergöltzsch gelbe Westen angelegt.

Rodewisch.

Die gelben Warnwesten sind das Symbol der französischen Protestbewegung - am gestrigen Donnerstag waren sie auch vor der Cafeteria des Landesfachkrankenhauses Rodewisch-Untergöltzsch zu sehen. Hier trugen sie die Aufschrift der Gewerkschaft Verdi. Diese hatte zur "aktiven Mittagspause" mit Kaffee und Wienern eingeladen, um über ihre Forderungen in der aktuellen Tarifrunde der Länder zu informieren und Druck auf den Arbeitgeber, also den Freistaat Sachsen, zu machen.

Mit dabei war auch Thomas Wassermeyer, der Personalratsvorsitzende des Krankenhauses: "Ich bin aber als Gewerkschafter hier." Er verwies darauf, dass man im Prinzip dasselbe erreichen wolle, was für die Mitarbeiter im kreiseigenen Klinikum Obergöltzsch auf der anderen Seite Rodewischs schon gelte: "Für Bund und Kommunen gibt es neue Abschlüsse, an denen orientieren wir uns natürlich."

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Außer um mehr Geld (sechs Prozent sind gefordert) geht es aktuell unter anderem um mehr Zusatzurlaub für Mitarbeiter, die in wechselnden Schichten arbeiten, was viele der 620 Beschäftigten in Untergöltzsch betrifft. Ganz speziell betroffen ist das Fachkrankenhaus von einer Psychiatrie-Personalverordnung, die in diesem Jahr aktualisiert werden soll. "Das ist eine Art Gesetz, das den Personalschlüssel für bestimmte Patientengruppen festlegt", so Wassermeyer. Dabei gehe es auch um die Sicherheit des Personals: "Wenn der Patient den Mitarbeiter zum Beispiel für die Inkarnation des Teufels hält - was durchaus vorkommt - dann wird es für den gefährlich." Und dann müssten genügend Mitarbeiter da sein, um Schlimmeres zu verhindern.

Aktuell sind nach Gewerkschaftsangaben 70 von 620 Krankenhaus-Mitarbeitern Verdi-Mitglieder. Vielleicht werden es bald mehr. Julia Harder und Jessica Kühn aus der Verwaltung denken nach eigenen Angaben darüber nach - sie zogen sich gestern die Verdi-Westen an, obwohl sie noch nicht dazu gehören. "Wenn es klappt mit der Tariferhöhung, dann profitieren wir ja alle - aber man kann doch nicht immer bloß absahnen", meint Julia Harder. Sowohl beim Geld als auch bei der Arbeitszeit hänge das Vogtland hinterher, deshalb unterstütze man die Verdi-Forderungen.

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