Vier Bewerber für künftigen Feuerwehr-Chef in Auerbach

Noch immer fehlt der Stadtratsbeschluss für die Neustruktur der Kameraden. Immerhin: Der Landtag hat eine bisherige gesetzliche Hürde beseitigt.

Auerbach.

110 Einsätze, darunter vier Großbrände: Das ist die Bilanz der Auerbacher Ortsfeuerwehr in diesem Jahr bis einschließlich 1. August. "Das ist überdurchschnittlich", erklärt Nico Voigtländer, der am 29. März zum neuen Leiter der knapp 60 Auerbacher Kameraden gewählt worden war. Allein in den vier Monaten seither habe man zu 62 Einsätzen ausrücken müssen. Zum Vergleich: 2017 waren es insgesamt 157, im vergangenen Jahr 146.

2019 wird für die gesamte Auerbacher Gemeindewehr aus einem weiteren Grund ein historisches werden Jahr: Denn im Rathaus will man die Truppe, einschließlich der vier weiteren Ortswehren, neu organisieren. Statt eines gewählten ehrenamtlichen Gemeindewehrleiters, dem mit Voigtländer alle fünf Ortswehrleiter unterstellt sind, soll es künftig einen hauptamtlichen angestellten geben. Zusätzlich soll ein Feuerwehrausschuss analog zu den anderen Ausschüssen im Stadtrat gebildet werden.


Die Pläne liegen seit Monaten auf dem Tisch, bislang fehlte jedoch die gesetzliche Grundlage. Trotzdem hatte die Verwaltung die Stelle schon ausgeschrieben und dies damit begründet, die neue Funktion zur Hälfte im Bauamt andocken und dort damit eine Stelle neu besetzen zu wollen. Inzwischen lägen vier Bewerbungen vor, sagt Stadtsprecher Hagen Hartwig. Die Auswahl stünde noch an und müsse ebenso vom Stadtrat abgenickt werden.

Doch zuallererst muss das Gremium eine neue Feuerwehrsatzung beschließen, mit der die angedachten Veränderungen verbindlich festgeschrieben werden. Immerhin: Inzwischen hat der Landtag mit einer Anpassung des Brandschutzgesetzes im Juni die Voraussetzungen dafür geschaffen. Bislang waren dort hauptamtliche Gemeindewehrleiter nicht vorgesehen. Nun stehe dies den Kommunen frei, allerdings müsse per Feuerwehrsatzung die rechtliche Grundlage dafür geschaffen werden, erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Sören Voigt.

Der Auerbacher Stadtrat muss sich nach der Wahl im Mai am 26. August zunächst konstituieren. Stadtsprecher Hartwig geht davon aus, dass das Thema Feuerwehr erst in einer der darauffolgenden Sitzungen auf die Tagesordnung kommt.

Hintergrund der geplanten Änderungen sind jahrelange Konflikte zwischen dem Vorgänger von Voigtländer und den Leitern der anderen Ortswehren. Das führte dazu, dass der bisherige, vom Stadtrat gewählte Gemeindewehrleiter, der zugleich Ortswehrleiter von Reumtengrün ist, vom Oberbürgermeister außer Dienst gestellt wurde. Dieser Umstand führte auch wiederholt zu heftigen Diskussionen im Stadtrat. OB Manfred Deckert (parteilos) wurden dabei Parteinahme und Satzungsverstoß vorgeworfen.

Voigtländer und Hartwig versichern, dass das Klima seit Vorliegen der Pläne und einer externen Expertise, die den kleineren Ortswehren Bestandsschutz und der Auerbacher Wehr die Schwerpunktfunktion attestiert, wesentlich friedlicher geworden sei.

So liegt es nun bei den gewählten Volksvertretern. Zumindest theoretisch besteht die Möglichkeit, dass das neu zusammengesetzte Gremium die Pläne auch verwerfen könnte. Dagegen würden die Fakten sprechen, sagt Hagen Hartwig und ergänzt, dass zu dem Entscheidungspaket Feuerwehr zusätzlich noch ein Beschluss für den nächsten Brandschutzbedarfsplan gehöre.

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