Vogtländer schwärmt für Leckeres

Noch wenige Kunden und Erzeuger fehlen für den Start eines neuen Angebots im Vogtland. Bald soll der Verkauf regionaler Lebensmittel starten.

Noch wenige Anmeldungen bis zum Ziel, dann kann Ölmühlenbetreiber Johannes Löffler aus Rodersdorf seine Schwärmerei eröffnen. Mehr als 140 Kunden sind bereits angemeldet, dazu 13 Erzeuger, die ihre Lebensmittel anbieten möchten. Die Marktschwärmer sind ein Social-Startup-Unternehmen, das ursprünglich aus Frankreich kommt, inzwischen aber auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern weit verbreitet ist. Das Konzept versteht sich als eine Mischung aus Online-Verkauf und realem Bauernmarkt.

Auf der Plattform können Kunden online bestellen und bezahlen. Bei der Übergabe der bestellten Waren treffen sich Erzeuger und Verbraucher bei einem Gastgeber. Das ist der Part, den Johannes Löffler übernehmen möchte. Löffler ist selbst Erzeuger. Er bietet in seiner Rodersdorfer Luftmühle unter anderem biozertifizierte Speiseöle und Mühlenprodukte an. Aus heutiger Sicht hofft Löffler, im Mai oder Juni beginnen zu können. Er wäre damit der erste Gastgeber, der eine Schwärmerei im Vogtland eröffnet.

Die acht Kunden zu finden, die ihn von der Zielmarke 150 angemeldete Nutzer trennen, um von der Marktschwärmer-Zentrale in Berlin die Freigabe zu erhalten, sei das kleinere Problem. Eine andere Geschichte gestaltet sich wesentlich schwieriger: "Bisher habe ich leider keinen Anbieter mit Molkereiprodukten aus Kuhmilch gefunden. Auch der Getränkeanbieter fehlt mir noch. Ich hätte mir gewünscht, ein rundes Sortiment vorzuhalten. Dazu gehört, dass die Kunden hier ihren kompletten Wocheneinkauf erledigen können", so Löffler. Der Direktvermarkter hofft, in der verbleibenden Zeit die Lücken schließen zu können. "Falls nicht, eröffne ich aber trotzdem." Alle anderen Produktgruppen seien vertreten: Fleisch, Geflügel, Gemüse, Obst, Honig, Kräuter, Pilze, Mühlenprodukte und Backwaren. Auch Olivenöl aus Sizilien und Südfrüchte aus Spanien möchte Löffler anbieten. Die Südfrüchte seien garantiert frisch.

Die Coronapandemie hat den Zeitplan durcheinander gebracht. "Da viele Geschäfte geschlossen hatten, konnte ich keine Flyer verteilen. Die Werbung lief etwas schleppend", so Löffler. Auch die Eröffnungsveranstaltung mit Wochenmarktatmosphäre, bei welcher die Erzeuger einem breiten Publikum ihre Produkte vorstellen können und so weitere Kunden für den regelmäßigen Einkauf geworben werden können, muss wohl ins Wasser fallen. "Das werden wir aber nachholen", kündigt Löffler an.

Dem Verkaufsstart steht aber generell nichts im Wege. "Wir haben genug Platz und können die Abstände einhalten. Bei schönem Wetter ist auch zumindest teilweise ein Verkauf im Freien möglich", hat Löffler sich bereits Gedanken gemacht, wie er die Hygieneauflagen erfüllen kann. Insgesamt hätten sich die Schwärmereien unter der Coronakrise gut entwickelt. In Zeiten einer ansteckenden Krankheit schätzen die Leute den individuellen Einkauf regionaler Lebensmittel. Um den Kontakt zwischen Anbietern und Verbrauchern zu minimieren, sollen die Kunden vorerst ihre bestellten Waren vorgepackt abholen können.


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