Vomat will nach Messe Markt erobern

Während Deutschland darüber diskutiert, ob Sanktionen gegen Russland eher politisch helfen oder wirtschaftlich schaden, nimmt der Treuener Anlagenbauer den Markt im Osten ins Visier.

Treuen.

Produkte "Made in Germany" haben in Russland einen guten Ruf. Doch weil die Wirtschaftssanktionen gegen das Land infolge der Annexion der Krim den Handel erschweren, hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer angeregt, alles für ihren Abbau zu tun. Denn gerade ostdeutsche und sächsische Unternehmen litten unter den Exportbeschränkungen, argumentiert der CDU-Politiker.

Sanktionen hin oder her - die Vomat GmbH Treuen - Spezialist für Feinfiltersysteme und Kühlung für die metallverarbeitende Industrie - steht erst am Anfang wirtschaftlicher Kontakte nach Russland. "Aber wir wollen diesen Markt bearbeiten", sagt Thomas Auerbach, Projektleiter bei Vomat, nach der ersten Messeteilnahme in Moskau.


Das Unternehmen war Ende Mai zusammen mit 19 Betrieben und Forschungseinrichtungen am Firmengemeinschaftsstand der Wirtschaftsförderung Sachsen auf der wichtigsten russischen Industriemesse "Metalloobrabotka" präsent. "Auf dem russischen Markt sind wir noch nicht direkt vertreten, beobachten diesen aber seit einiger Zeit. Kürzlich haben wir zudem eine Mitarbeiterin eingestellt, die sich ausschließlich mit der Marktbearbeitung in Russland beschäftigt", berichtete Thomas Auerbach nach der Moskau-Visite. Sein Fazit: "Es wird nicht einfach. Neben diversen Genehmigungen und Zertifikaten, die es für die Ausfuhr braucht, geht kaum was ohne Russisch. Schon mit Englisch wird es schwierig. Aber vom Maschinenbau bis zur Luftfahrtindustrie - das Interesse ist da und damit auch ein Markt", ist der Projektleiter zuversichtlich.

Denn längst ist Vomat mit seinen hoch spezialisierten Feinfilter- und Kühlanlagen für den Maschinenbau weltweit vertreten. Die Anlagen filtern Feinstpartikel aus Öl und gewinnen so wertvolle Rohstoffe zurück, kühlen die Schmier- und Schleifmittel und zeichnen sich laut Auerbach durch hohe Energieeffizienz aus. "Dass ein Hersteller mit unseren Anlagen Energie sparen kann, spielt in Ländern wie den USA oder China vielleicht noch keine große Rolle - aber für Kunden in Deutschland und Europa ist das ein Punkt, der immer wichtiger wird."

Etwa 2000 Filteranlagen von Vomat wurden seit Beginn der Serienproduktion 2006 gefertigt - in den unterschiedlichsten Ausführungen und Dimensionen: Die kleinste hat eine Filterleistung von 70 Liter pro Minute, die aktuell größte Anlage die hundertfache Filterleistung: 7000 Liter pro Minute.


Know-how in Filtertechnik

Vomat steht für Vogtländische Maschinen- und Anlagentechnik und wurde 2006 gegründet. Keimzelle der Treuener Unternehmensgruppe ist die 1997 von Geschäftsführer Matthias Leipold erworbene Firma Elektromaschinenbau Schmidt.

Das Unternehmen fertigt Anlagen zur Feinstfiltration von Schmierstoffen und deren Kühlung für Schleifprozesse in der metallverarbeitenden Industrie, aber auch Sonderlösungen für andere Werkstoffbereiche.

Der Umsatz des vergangenen Jahres wird mit zwölf Millionen Euro angegeben; vor fünf Jahren lag er bei acht Millionen Euro.

Die Mitarbeiterzahl der Unternehmensgruppe, die in Treuen mehrere Standorte hat, ist kontinuierlich gewachsen: Gestartet wurde mit einer Handvoll Leuten, 2012 beschäftigte man 75 Mitarbeiter, inzwischen sind es 103. Besonders gefragt sind Kältetechniker und Servicetechniker. (how)

www.vomat.de

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