Weltfriedenstag: Buntes Fest und rechte Demo

Plauener Vereine wollen in der Innenstadt ein Zeichen für Frieden setzen. Nach den Vorfällen in Chemnitz bereitet eine ganz andere Veranstaltung jedoch Sorgen.

Plauen.

Am Weltfriedenstag am Samstag könnte der Kontrast in Plauen kaum größer sein: Während im Stadtzentrum mehrere Feste und Veranstaltungen vom Klostermarkt über Theaterplatz bis hinauf zur Bahnhofstraße geplant sind, organisiert die rechtsextremistische und vom Verfassungsschutz beobachtete Partei Der Dritte Weg eine Demonstration am Rande der City.

Nach Vorfällen der vergangenen Tage in Chemnitz befürchten einige Plauener nun auch in ihrer Stadt Ausschreitungen. Wie schätzen Behörden und Veranstalter des Runden Tisches für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage die Sicherheitslage ein? Das Landratsamt als zuständige Versammlungsbehörde erklärt mit Blick auf die rechte Demo: "Es gibt zurzeit keine Anhaltspunkte, die ein Verbot der angezeigten Versammlung rechtfertigen." Das Amt habe in ausführlichen Gesprächen mit den Veranstaltungsanmeldern den Ablauf der Versammlungen erörtert und Auflagenbescheide erlassen. Auch die Stadt Plauen und die Polizei saßen mit am Tisch. Ein direktes Zusammentreffen der Demonstranten soll es nicht geben. Dennoch könnten sie sich nahe kommen: Ab 14 Uhr ist am Albertplatz eine Kundgebung des Runden Tisches vorgesehen. Dieser Ort liegt an der Route, die der Dritte Weg ab 14 Uhr vom Oberen Bahnhof über August-Bebel- und Kaiserstraße nehmen soll.

Dem Plauener Pfarrer Hans-Jörg Rummel, der für die Johanniskirchgemeinde Mitglied des Demokratie-Bündnisses ist, bereitet dies Sorge. Er verurteile jede Form von Gewalt, "auch Sippenhaft und Selbstjustiz". Jeannette Haase-Pfeuffer von den Linken, die ein Friedensfest auf dem Theaterplatz organisieren, sagt: "Bei Hass wird das Hirn ausgeschaltet."

Die Mitglieder des Runden Tisches haben ein Ziel: "Wir möchten Bürger aus der Mitte der Gesellschaft aktivieren." Wie viele Teilnehmer zu dem bunten Treiben kommen, will Pfarrer Rummel nicht prognostizieren: "Es kann sein, dass die Bevölkerung Angst hat, hinzugehen - oder aber die Leute sagen: 'Jetzt erst recht!'" Dass sich viele friedliebende Plauener den Demokraten anschließen, wünscht sich Steffen Unglaub vom Verein Colorido. Das Fest auf der Bahnhofstraße mit Essen und Musik sei jedenfalls länger angemeldet als die Demo, die nun für Aufregung sorgt.

Seitens der Polizei sei man auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet, sagt Sprecher Christian Schünemann. Den Maßnahmen werde die angemeldete Demo-Teilnehmerzahl zugrunde liegen - laut Landratsamt 50 Personen. Im Mai 2016 hatte es zuletzt eine größere Demo des Dritten Wegs durch Plauen gegeben - auf der selben Route wie für Samstag vorgesehen. Damals war es zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurde der Sportplatzzaun der Karl-Marx-Grundschule zerstört.

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