Weniger Lokale - mehr Personal

Im Vogtland sinkt die Zahl von Hotels und Gaststätten, gleichzeitig arbeiten jedoch mehr Beschäftigte in der Branche. Um an Nachwuchs zu kommen, müssen sich die Firmen etwas einfallen lassen.

Falkenstein.

Daniela Seidel spricht vom Strukturwandel im Gastgewerbe. Die zuständige Referentin in der Plauener IHK verzeichnet scheinbar gegensätzliche Trends: Einerseits sei laut Statistik die Zahl der Beschäftigten im vogtländischen Hotel- und Gaststättengewerbe gestiegen. Und zwar vom Juni 2014 zum Juni 2018 um neun Prozent bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (von knapp 2286 auf rund 2497), bei den Mini-Jobbern um elf Prozent (von 1379 auf 1526). Im gleichen Zeitraum sei jedoch die Zahl der Firmen im Beherbergungssektor um zwölf Prozent und im Gastronomiebereich um elf Prozent gesunken (von 1071 auf 953). "Es gibt einen Konzentrationsprozess", so Daniela Seidel. Familienbetriebe wie traditionelle Landgasthöfe kämen oft mit einem minimalen Personalbestand aus, während neue Unternehmen in der Branche in vielen Fällen einen höheren Bedarf an Arbeitskräften hätten. Dadurch käme es zu den paradox anmutenden Zahlen.

Der Arbeitskräftemangel stellt laut IHK ein wachsendes Problem dar. "Die gute konjunkturelle Lage ist das Eine: Zunehmend ist aber vor allem der Arbeitskräftemangel ein Risikofaktor für die Geschäftsentwicklung", erklärt Thomas Jahn, IHK-Tourismusausschussvorsitzender und Direktor des IFA Hotel und Ferienparks Schöneck. Über Möglichkeiten des Gewinnens und Haltens von Mitarbeitern wurde jetzt bei einem "Fachkräftedialog Gastgewerbe" im Falkensteiner Berufsschulzentrum "Anne Frank" gesprochen. Hier werden angehende Köche sowie Hotel- und Restaurantfachkräfte ausgebildet. Dehoga-Geschäftsführerin Franziska Luthardt warb dabei für die frühe Ansprache des inzwischen in allen Branchen knappen Nachwuchses: "Azubis können Azubis werben. Bieten Sie Ferienjobs und Praktika an. Zeigen Sie, was das Gastgewerbe zu bieten hat."

Erläutert wurden zum Beispiel digitale Wege bei der Suche nach Fachkräften. Und Melanie Duske vom Elldus-Resort Oberwiesenthal stellte vor, warum ihr Familienbetrieb attraktiv für Auszubildende ist. Sie hat dazu einen Azubi-Kompass entwickelt, mit dem Ziel der "Kommunikation auf Augenhöhe, zur Stärkung der Persönlichkeit, zu Wertschätzung und Verständnis".

Helmut Apitzsch und Tobias Wendt vom Hotel-Kompetenz-Team Sachsen ermutigten Gastronomen zum kritischen Durchleuchten ihrer Kostenstruktur, Abläufe müssten optimiert werden. Wendt regte an, mit den Mitarbeitern über Umsätze, Verkaufszahlen und die unterschiedliche Profitabilität einzelner Produkte zu reden. "Probieren Sie es mit Wettbewerben: Welcher Mitarbeiter verkauft die meisten Schnitzel?" Die Gastronomen sollten miteinander kooperieren.

Das findet auch der CDU-Landtagsabgeordnete Sören Voigt aus Falkenstein wichtig, der beim Dialog dabei war: Ein Netzwerk müsse entstehen mit dem Ziel, so viele junge Leute wie möglich auszubilden. "Vor allem müssen sich die Unternehmen zur Ausbildung bekennen", bekräftigt Voigt. "Wenn sie das nicht tun, nützt alles andere nichts."

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1Kommentare
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  • 1
    0
    Täglichleser
    20.02.2019

    Was war denn das schon wieder für ein Artikel? Das mal einer das Gastrogewerbe richtig schildert mit seinen Problemen.
    Also Zunahme des Personals, aber trotzdem macht eine Kneipe nach der anderen zu und nicht wieder auf. Und warum? Spontan mal essen gehen, wird zum Problem. Es hilft meistens nur Bäcker
    oder Fleischer. Der schnelle Imbiss.



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