Wie Düfte Beschwerden lindern

Pflegekräfte des Rodewischer Krankenhauses beschäftigten sich zwei Tage lang mit der Wirkung von Aromen auf Patienten. Von einer Therapie dürfen sie bei ihren Behandlungen aber nicht sprechen.

Rodewisch.

Die erste Fortbildung für Pflegekräfte im Sächsischen Krankenhaus Rodewisch hatte ein besonderes Ziel: Mit Düften Beschwerden zu lindern. Aromapflege hieß das Thema der zweitägigen Veranstaltung, für die sich knapp 20Teilnehmer, darunter zwei Männer, angemeldet hatten. "Wir wollen die Aromapflege in allen vier Kliniken unserer Einrichtung etablieren und damit eine alternative Behandlung anbieten können", erklärt Maria Rank, die im Krankenhaus für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Der hohe Anteil Frauen am Lehrgang resultiere ihrer Meinung nach nicht nur aus dem hohen Anteil weiblicher Pflegekräfte, sondern am generell größeren Interesse der Frauen an diesem Thema.

Als Referentin hatte Praxisanleiterin Anja Wagner die Aromabehandlerin Benita Meinel aus Erlbach nach Rodewisch geholt. "Ich kannte Frau Meinel von einer Fortbildung und fand, dass Aromapflege auch gut zu unserer Klinik passen würde", so Anja Wagner.


Krankenschwester Benita Meinel hat bereits in den Paraceluskliniken in Adorf und Schöneck entsprechende Schulungen angeboten und die Aromapflege dort eingeführt. Meinel ist mit rund 200 verschiedenen Duftstoffen vertraut. Typische Klassiker, die auch viele Laien kennen, sind Lavendelanwendungen bei Schlafstörungen oder Pfefferminze gegen Kopfschmerzen.

Benita Meinels Hydrolae, also Pflanzenwässer, die durch Destillation entstehen, und ätherischen Öle eignen sich für verschiedene Anwendungen: "Kompressen, Massagen, Bäder, Raumbeduftung oder die Beduftung von Personen", zählt Anja Wagner einige Beispiele auf "In jedem Fall ist die Verbesserung des Wohlbefindens das Ziel", so Benita Meinel. Ihr Interesse an Kräutern und Düften verdankt die Aromabehandlerin ihrer Oma, die ein großes Kräuterbeet besaß. "Die Pflanzen habe ich gekostet und daran gerochen", erinnert sich die heute 60-Jährige an ihre Kindheitserlebnisse, die in ihr ein lebenslanges Interesse an diesem Thema geweckt haben.

Das Einsatzgebiet der Aromen sei vielfältig erklärt die Fachfrau: "Unter anderem bei Schlafstörungen, Schmerzen, Wechseljahrbeschwerden, bei der Geburts- oder Sterbebegleitung oder zur Stärkung des Immunsystems kann man Düfte anwenden", zählt Meinel auf.

Die Kursteilnehmerinnen lernten während der zweitägigen Veranstaltung etwa 20 verschiedene Substanzen, deren Wirkung sowie Anwendung kennen und stellten selbst Duschgele, Hand- und Fußbäder sowie Einreibungen her. "Das waren ganz schön viele Informationen auf einmal", blickt Teilnehmerin Kathrin Tröger auf den ersten Tag zurück. Sie sagt: "Für mich ist die Aromapflege ein interessantes Thema, weil man mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielen kann." Kathrin Tröger hat zu Hause schon Duftöle verwendet. "Ich bevorzuge zur Steigerung des Wohlbefindens Duftöle mit einer Zitrusnote. Sie bringen Frische in den Raum", berichtet die Pflegerin über die Anwendung im privaten Bereich. Benita Meinel ist von der Wirkung der Düfte bei Patienten überzeugt. "Die Behandlungen lindern Beschwerden", sagt sie. Wichtig sei, das richtige Vokabular zu verwenden. "Wir Pflegekräfte dürfen nicht von Aromatherapie sprechen. Therapien sind dem Arzt vorbehalten. Wir reden hier ausschließlich über Aromapflege und auch nur über äußerliche Anwendungen."

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