Zukunft des alten Brauereigeländes offen

Tausende Plauener haben am Samstag und Sonntag das Brauereifest auf dem Sternquell-Gelände an der Dobenaustraße gefeiert. Wie lange das noch möglich sein wird, kann derzeit aber niemand sagen.

Plauen.

Wozu sich das alte Sternquell-Gelände unter anderem eignet, das wurde am Samstag und Sonntag einmal mehr eindrucksvoll demonstriert: Denn wie in den Vorjahren drängten auch diesmal wieder tausende Plauener zu den zahlreichen Auftritten verschiedener Bands sowie der Blaskapelle "Junges Egerland" auf dem Brauereifest und am Sonntag vor allem in den alten Felsenkeller. Kurz nach 12 Uhr, also etwas mehr als eine halbe Stunde nach Öffnung der Tore, zählte der Veranstalter schon mehr als 130 Besucher in der Warteschlange vor den unterirdischen Gängen. Weil sich gleich nebenan die Freizeitanlage Syratal befindet, ermöglichte der Bierproduzent im hinteren Teil des Geländes wiederum den kurzen Weg über den Bach hinüber zur Parkbahn. Das wurde von den Besucher gerne angenommen.

Peter Rehme stand am Rande des Biergartens und freute sich über den Trubel in seiner ehemaligen Arbeitsstätte. "24 Jahre habe ich hier gearbeitet", blickte der Rentner auf ein erfülltes Arbeitsleben zurück. Was nach dem vollständigen Umzug des Betriebes in das Gewerbegebiet Neuensalz aus seiner alten Arbeitsstätte wird, das ist ihm nicht egal. "Aber es wird bestimmt schwierig werden, das loszukriegen", gab er zu bedenken. Denn das Brauereigelände mit den zahlreichen Gebäuden am Hang des Syratals sei "kompakt und groß".

Der Felsenkeller sollte auf jeden Fall erhalten werden", wünschte sich Besucher Hans Küffner. "Und sollte an die Brauerei erinnern", ergänzte er. "Bloß nicht verfallen lassen", riefen zwei ältere Damen, die ihre Namen aber nicht preisgeben wollten. "Die schönen Häuser", schwärmte eine der beiden Frauen aus Plauen. "Vielleicht ein Museum", schlug eine der Rentnerinnen spontan vor, um sich anschließend selbst zu korrigieren: "Aber das wird von jungen Leuten nicht beachtet, da kommt kein Geld rein". Ein Museum interessiere nur wenige Leute.

"Es kommt darauf an, welche Möglichkeiten man hat, und die preisliche Frage spielt natürlich eine Rolle", gab ein anderer Besucher mittleren Alters seine Sicht der Dinge wieder. Natürlich sei das eine zentrale Lage. Aber es gebe vielleicht auch wichtigere Dinge als ein Großprojekt wie die Landesgartenschau. Die Stadtverwaltung hatte Anfang des Jahres angekündigt, noch dieses Jahr eine vertiefende Machbarkeitsstudie für eine Landesgartenschau im Syratal erstellen zu lassen. Die ehemalige Fabrik könnte dabei eine Rolle spielen. Von der Studie war bislang aber nichts mehr zu hören.

Sternquell-Produktmanager Thomas Münzer wollte zum Thema nichts sagen, außer: "Wir werden zu gegebener Zeit darüber informieren." Auch zur Frage, ob es nochmals ein Brauereifest an der Dobenaustraße geben werde, sagte er nichts. Die Produktion des Unternehmens befindet sich seit Mitte des Jahres vollständig im Gewerbegebiet Neuensalz. Die Verwaltung der Sternquellbrauerei befindet sich aber noch in dem Altbau auf jenem Gelände, auf dem am 1.Juli 1858 der Grundstein für die damalige Aktien-Bierbrauerei gelegt worden ist. Geschäftsführer Jörg Sachse hatte Anfang des Jahres gesagt: "Grundsätzlich liegt es uns sehr am Herzen, mit der Stadt Plauen gemeinsam eine langfristig nachhaltige Lösung für die Verwendung des Geländes an der Dobenaustraße zu entwickeln".

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