Partnerschaft: Zwei Orte müssen sich gedulden

Reumtengrün und Svoboda können Vertrag noch nicht signieren

Reumtengrün.

Vor knapp drei Wochen hat die nahe Zukunft noch relativ rosig ausgesehen: Eine Delegation aus Ortschaftsrat, Vereinsvertretern und Bürgerpreisträgern aus Reumtengrün hatte geplant, sich am letzten Märzwochenende auf den Weg ins tschechische Svoboda zu begeben. Nachdem Ortsvorsteher Uwe Ebert (Bürgerinitiative) zur jüngsten Ortschaftsratssitzung den Partnerschaftsvertrag unterzeichnet hatte, sollte auch das böhmische Städtchen nahe der Schneekoppe nachziehen. Dazu wird es erst einmal nicht kommen. Die Coronavirus-Ausbreitung samt Grenzschließung zum Nachbarland macht den Reiseplänen einen dicken Strich durch die Rechnung.

Der dreitägige Besuch müsse schweren Herzens verschoben werden, sagt Uwe Ebert. "Wir haben uns alle riesig drauf gefreut und uns bestens vorbereitet. Aber wir müssen die aktuelle Situation zur Kenntnis nehmen und haben leider keinen Einfluss darauf." Aufgeschoben sei letztendlich aber nicht aufgehoben, betonte Ebert auch. Sobald möglich, soll die bedeutungsschwere Fahrt nachgeholt werden.

Nicht nur diese erste Reise von Reumtengrünern nach Svoboda - auf Deutsch Freiheit - hat das Virus ausgebremst. Unklar ist derzeit auch, ob ein geplanter Gegenbesuch in Reumtengrün wie erhofft im Spätsommer stattfinden kann. Dann steht das nächste Dorf- und Familienfest an. Sollte sich eine Einladung ebenfalls nicht realisieren lassen, wird die Kirmes ins Auge gefasst. Für die Tschechen wäre das ein zweiter Kirmesbesuch in Reumten-grün nach 2019.

Die Idee, einen grenzüberschreitenden Austausch in Form einer Gemeindepartnerschaft zu praktizieren, hatte Uwe Ebert. Daraufhin streckte Herbert Gall vom Bund der Vertriebenen, Kreisverband Vogtland, die Fühler nach drüben aus. Was nicht schwer war: Gall kam in Freiheit zur Welt, wurde nach dem 2. Weltkrieg als Siebenjähriger aus seiner Heimat vertrieben und fand in Reumtengrün eine neue.

Zwischen den Orten liegen etwa 500 Kilometer. Das heutige Svoboda hat etwa 2100 Einwohner, Reumtengrün ungefähr halb so viele. Das Thema Flucht und Vertreibung soll die Beziehung nicht dominieren. In erster Linie will man auf kultureller, gesellschaftlicher und sportlicher Ebene kooperieren. Auch Schülerreisen in beide Richtungen können sich die Partnergemeinden gut vorstellen.


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