112 Stufen herauf: Wasserturm bietet Blicke und Erkenntnisse

Das Reichenbacher Wahrzeichen war am Wochenende zu besichtigen. Ein Gästeführer schaute auch über den Tellerrand.

Reichenbach.

Man kann ewig lange in der Nähe des Wasserturms wohnen, ohne jemals auf der Plattform oder im Inneren des 28 Meter hohen Reichenbacher Wahrzeichens gewesen zu sein - so wie Ilona Schwabe und Andreas Hegner, die am Samstag erstmals mit den Enkeln Norina und Nino die 112 Stufen hinauf- und wieder hinabgestiegen sind. Dabei besichtigten sie die Ausstellung über die Geschichte des Turmes, erfuhren alles über die verschiedenen Verwendungen der Räume oder die Sanierung in den Jahren 1997/98, vor der die weitere Existenz des Reichenbacher Wahrzeichens am seidenen Faden hing.

Auf der Plattform oben stellten sie fest, dass es aufgrund der völlig anderen Perspektive nicht so einfach ist, bestimmte Orte zu erkennen oder markante Gebäude sofort zu lokalisieren. "Es ist erstaunlich zu sehen, wie grün Reichenbach ist, die Stadt selbst, aber auch die Umgebung", fand Ilona Schwabe. Andere Besucher, die schon einmal einen Blick von der Plattform erlebt hatten, sahen die Stadt durch das neue Wohn- und Ärztehaus auf dem Solbrigplatz im Vergleich zu vorher verändert. Es ragt ähnlich heraus wie die Kirchen, das Krankenhaus oder die Verzinkerei und der Kuhbergturm in Netzschkau.

In der Ausstellung stand Werner Voigt bereit, um zu erklären und Fragen zu beantworten. Er begleitet oft Schulklassen, Kindergartengruppen, Klassentreffen oder Familienfeiern beim Gang durch den Turm. "Ich halte dabei einen kleinen Vortrag über die Geschichte der Wasserversorgung und gehe dabei auf die Entstehung des Wasserturms und viele Daten der Stadt ein", sagte er.

Ein Aspekt sei dabei auch die Eisenbahn, die einst viel Wasser brauchte und sogar nach Oberreichenbach fuhr. Die Eisenbahnlinie verläuft unterhalb des Wasserturmgebietes. Zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit kam der Rückkehrer in seine Heimatstadt durch die Landesgartenschau 2009. "Ich hatte gerade meinen Dienst in Chemnitz beendet und wir wohnten wieder in Reichenbach an der Zwickauer Straße. Da hat mich meine Frau darauf aufmerksam gemacht, dass Gästeführer gesucht werden", erinnert er sich.

Die Zeit der Landesgartenschau, in der er viele Besucher durch das Gelände führen und für Reichenbach begeistern konnte, war für Werner Voigt ein schönes, aber auch prägendes Erlebnis, denn als die Stadtverwaltung jemanden für den Wasserturm suchte, arbeitete er sich rasch in diese Materie ein. "Viele reden nur, was in Reichenbach alles schlecht ist, dabei wäre es besser, wenn sie etwas tun würden", meint er. Bei der Kleinen Gartenschau im kommenden Jahr ist der Gästeführer jedenfalls wieder mit dabei. Dann wird er Besuchern Tipps für den Aufenthalt in der Region geben. "Ich habe sogar immer ein paar Stadtpläne dabei und zeige den Leute, wo sie hingehen können. Es ist schade, dass man die Göltzschtalbrücke nicht mehr sieht und dass es darum so einen Hickhack gibt, denn das ist ja der Besuchermagnet hier."

Der Wasserturm war anlässlich des 24-Stunden-Laufes geöffnet. Die Mitarbeiter des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Vogtland, die den Erfrischungsstand mit Trinkwasser und Duschen betreuten, sperrten die Tür auf. Der Wasserturm hat keine geregelten Öffnungszeiten.

Kontakt: Besichtigung des Wasserturms: Anmeldungen nimmt die Stadtverwaltung unter 03765 524-2001 entgegen.

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