Brockauer zeigen Kleintierschau der Gegensätze

Sehr große und ganz kleine Tiere waren zu sehen. Die Schau kam an. Das hatte auch etwas mit einem besonderen Angebot zu tun.

Brockau.

Die riesige gelbblaue Brahma-Henne von Katja Tröger aus Greiz brachte etwa vier Kilogramm auf die Waage und war so schwer, wie eine mittelgroße Gans. Eine nur 500 Gramm schwere Bantam-Henne sah daneben zwergenhaft aus. Die großen Römer-Tauben wiederum konnten beim oberflächlichen Betrachten auch als Huhn durchgehen, schon wegen des Gewichts von etwa einem Kilogramm. Helmar Enge, der Vorsitzende des Brockauer Kleintierzuchtvereins: "Diese Tauben können so gut wie gar nicht fliegen. Sie werden wie Hühner gehalten." Der Verein hatte für das Wochenende zur Schau nach Brockau eingeladen.

Die Spanne zwischen kleinen und großen Tieren wollte der Brockauer Verein dem Publikum vor Augen führen und stellte Riesen und Zwerge nebeneinander in den Käfig. Diese Gegensätze waren aber nicht die einzigen Höhepunkte der Schau. Während den Ausstellern die Bewertung der Tiere durch die Zuchtrichter und die Punktzahl im Ausstellungskatalog wichtig waren, ging es dem Publikum oft einfach um die Schönheit und Vielfalt der Tiere. Genau diese beiden Aspekte wollten die Brockauer bedienen. Neben der klassischen Bewertung durch Zuchtrichter gab es auch einen Show-Teil. Auf der Bühne tummelten sich neben den Zierenten und -gänsen in einem kleinen Teich auch exotische Vögel: Ziegensittiche, Wellensittiche, Glanzstare und sogar ein Papagei. Vielfalt gab es in Brockau dieses Mal auf drei Etagen: Um die mehr als 400 Tiere unterzubringen, mussten die Vereinsmitglieder nicht nur den Saal, sondern auch die Bühne und den Keller benutzen. Helmar Enge zeigte auf die Tauben, die einen Raum für sich allein hatten: "Das hier ist eigentlich unser Käfiglager." Selbst vor der Tür, im Eingangsbereich, standen Seidenhühner. Das sind Vögel, die aussehen, als ob ihnen ein Fell wächst. Sie zogen alle Blicke auf sich noch bevor die Besucher Eintritt bezahlt hatten.

Alte, vom Aussterben bedrohte Rassen wie die Vorwerkhühner, standen dann neben seltenen Farbenzuchten, beispielsweise in Nachbarschaft Englischer Schecken, den Kaninchen. Genauso fanden sich Modezüchtungen, kleine Löwenköpfchen, in der Schau. Das ist eine besonders bei Kindern beliebte Kaninchenrasse. Englische Schecken sind so selten anzutreffen, weil nicht alle Nachkommen der Rasse das gewünschte Farbmuster aufweisen: Ein dunkler Aalstrich auf dem weißen Rücken und dunkle Punktketten an den Seiten lassen die Tiere edel wirken. Der 78-jährige Werner Keller aus Reuth bei Neumark hat sein Herz an diese Rasse vor 72 Jahren verloren. Als Sechsjähriger bekam er zu Weihnachten eine tragende Häsin der Rasse geschenkt. Weihnachten ist für den Züchter deshalb auch ein Fest für seine Tiere: "Zu Weihnachten bekommen alle meine Tiere einen bunten Gemüseteller mit Kohl, Möhren, Kräutern und Äpfeln, alles aus dem eigenen Garten." Und weiter: "Ich habe auch noch andere Tiere, Hühner und Tauben. Deshalb gefällt mir diese Schau auch so gut, weil es hier von allem etwas zu sehen gibt."

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