Cube peppt Reichenbacher Musikschul-Schlagzeug auf

"Bergkeller"-Wirt Uwe Treitinger spendierte sein Bürgerpreisgeld. Dazu kam der Erlös einer musikalischen Lesung von 2019. Und der Hersteller zeigte Herz. Das ist aber nicht das einzige, was die kleine Firma aus Plauen so besonders macht.

Reichenbach.

Aus der Region für die Region. So ist jetzt das Schlagzeug der Musikschule Vogtland in Reichenbach aufgepeppt worden.

Seit dem gestrigen Donnerstag verfügt es über eine nagelneue Hi-Hat, sprich ein Paar Becken, das horizontal auf einem Ständer angebracht ist und per Pedal bedient wird. Dirk und Ulf Törppe vom Hersteller Cube Personal Drums aus Plauen überreichten sie im Neuberinhaus. Bereits am 30. Dezember übergab "Bergkeller"-Wirt Uwe Treitinger eine Snare, sprich eine kleine Trommel, ebenfalls von Cube.

Musikschullehrer Thomas Bartlog, der Gitarre unterrichtet und auch den Ensembleunterricht der drei Musikschulbands leitet, freut sich sehr darüber. Das Musikschul-Schlagzeug, ein Einsteigerset einer japanischen Firma, sei jetzt sechs Jahre alt. Die Snare habe Schlagzeuglehrer Stefan Genschorek oft nicht wie gewünscht abstimmen können. Deshalb stand eine neue auf der Wunschliste. Die Hi-Hat gab es jetzt obendrauf.

Zur Finanzierung verwendete Uwe Treitinger sein Preisgeld vom Bürgerpreis 2020 der Sparkassenstiftung. Diesen erhielt er im Dezember dafür, dass er mit seinem Team mit dem 8. Artrock-Festival im September in Reichenbach das einzige Drei-Tage-Rockfestival 2020 in Europa auf die Beine gestellt hatte. Hinzu kamen 220 Euro Erlös aus einer Veranstaltung vom Januar 2019. Damals hatten drei Schüler der Musikschule die Buchlesung von Mark Daniel "Rock'n'Roll 4evermore - Irre Trips zu alten Helden" im "Bergkeller" musikalisch umrahmt. "Das war ein ziemlicher Aufwand für uns, weil der Autor gern Songs passend zu den von ihm beleuchteten Bands und Interpreten haben wollte", erinnert sich Thomas Bartlog. Hannah Gruschwitz, Luise Koch und Gregor Steps meisterten ihre Aufgabe prima. Und schließlich zeigte auch der Hersteller Cube Herz und machte für den guten Zweck einen Freundschaftspreis.

Uwe Treitinger, der auf die Plauener als Schlagzeugausstatter für das Artrock-Festival im Neuberinhaus zurückgreift, ihre Drum-Sets auch bei Konzerten im "Bergkeller" nutzt und selbst gern mal zu den Trommelstöcken greift, schwärmt: "Für mich die beste Drum-Firma der Welt! Ich habe noch nie etwas Besseres gesehen in meinem Leben!"

Dirk Törppe, der ein Tonstudio in Plauen hatte, hat die Firma 2006 mit Lars Müller gegründet, der in lokalen Bands spielte. Was Cube Personal Drums besonders macht, beschreibt er so: "Das sind regional hergestellte Instrumente. Alle Rohstoffe sind zertifiziert. Keine Serienprodukte, sondern individuell in Handarbeit nach den Wünschen der Musiker gefertigt mit vielfältigen Möglichkeiten in Konfiguration und Ausstattung."

Vorwiegend werden einheimische Hölzer wie Eiche, Ahorn oder Birke verwendet. Dabei arbeitet Cube mit der Sindelfinger Kesselmanufaktur zusammen. Inzwischen fertigen die Plauener auch fehlende Teile für Schlagzeugsets aus den 70er- und 80er-Jahren nach oder restaurieren Klassiker. Mit Samsun Cymbals haben sie außerdem hochwertige türkische Becken im Angebot, die traditionell komplett handgearbeitet werden.

Bei Auftritten in Reichenbach oder im Club Seilerstraße in Zwickau haben schon so manche Rock-Heroen auf Cube-Drum-Sets gespielt. "Viele probieren gern etwas von uns aus, haben aber letztlich Verträge mit großen Herstellern", weiß Dirk Törppe. Mittlerweile sind auf der Internetseite der Firma aber mehr auch als 20 Musiker aufgelistet, die selbst auf Cube-Drums spielen. Darunter zum Beispiel Marius Bornmann, der beim Southside- und Highfield-Festival dabei war, Tomas Lagrén von der schwedischen Death-Metal-Band Grave oder Robert Eisfeldt von Toxic Smile.

Das Coronajahr bekam auch Cube zu spüren. Besuche von Interessenten fielen aus. "Aber wir hatten zum Glück noch etliche Aufträge abzuarbeiten", sagt Dirk Türppe. Thomas Bartlog plante mit seinen Musikschülern eigentlich eine Exkursion zum Cube-Firmensitz. Wegen der Covid-19-Einschränkungen zerschlug sich das. "Wir wollen das aber nachholen, sobald es geht", sagt der Musikschullehrer.

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