Die Vögel singen auch in Ruinen

Jörg M. Pönnighaus legt Erinnerungen an 1945 vor

Fröbersgrün.

Den Vögeln sei es ganz wurscht, ob sie auf schönen Häusern oder auf Ruinen singen - sie sind da und jubilieren. "Und uns wird es dabei ganz weh ums Herz". Das schrieb die Plauenerin Johanna Funke am 27. März 1945 ihren Mann Albert, der an der Ostfront war.

Die Briefe vom März, in denen sie über das Leben in der Stadt im Zeichen alliierter Bombenangriffe berichtet, kamen als unzustellbar zurück. Jörg M. Pönnighaus (Foto) erhielt sie über die Tochter von Johanna Funke, und nahm sie auf in sein Buch "1945 oder Vögel singen auch in Ruinen", das druckfrisch vorliegt.

Der Arzt aus Ostwestfalen (Jahrgang 1947), der mit seiner Familie in Fröbersgrün lebt, war ist bislang meist als Lyriker in Erscheinung getreten. Für sein neues Buch verarbeitete er Erlebnisberichte einfacher Menschen zum Kriegsende 1945. Ein Thema, das den Autor seit langem beschäftigt. Bereits im Gedichtband "Auf leisen Sohlen" hatte er Erlebnisse verarbeitet, die ihm die Patienten anvertrauten,

Da ist Kurt W. aus Adorf, dem als 20-Jährigen am 15. Juni 1945 in dem als Lazarett genutzten "Wettiner Hof" in Bad Elster der zerschossene linke Arm amputiert wird, oder Elfriede Richter, die ihre Erlebnisse in Mühltroff ein Leben lang nicht vergessen konnte. Oder der Satz, den Herr Dannhauer bei einem Heimaturlaub von der Ostfront 1942 seinem Vater sagte: "Wenn wir das alles bezahlen müssen, was wir angerichtet haben, das wird teuer!" (tm)

Erschienen ist "1945 oder Vögel singen auch in Ruinen" bei Conception Seidel in Hammerbrücke. ISBN: 978-3-86716-139-8

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