Dritte Version zu Ford Taunus

Ein Ex-Reichenbacher erinnert sich: Das Auto auf dem Kalender-Foto gehörte wohl weder an die Aussicht noch der Chefin eines Lampengeschäfts.

Reichenbach.

Auch im Rheinland gibt es aufmerksame "Freie Presse"-Leser. Im Fall von Volker Seidel liegt das auf der Hand, da der Oldtimer-Fan aus der Nähe von Mönchengladbach bis zu seiner Ausreise Anfang der 80er-Jahre in Reichenbach gelebt hat. "Ich weiß noch ziemlich genau, was da alles für Westfahrzeuge in der Stadt unterwegs waren", erzählt Volker Seidel etwa über einen Mercedes, BMW-Motorräder und den amerikanischen Wagen eines stadtbekannten Zahnarztes.

Auch im Fall des Ford Taunus, der jüngst aus Anlass der Berichterstattung über ein historisches Foto im neuen Sammelkalender von Foto Knabe für Leserreaktionen gesorgt hatte, kennt der Wahlrheinländer mit ziemlicher Sicherheit den Besitzer. "Das Auto gehörte einer aus Westdeutschland in die DDR übergesiedelten Familie. Ihren Ford Taunus P 3 durften die mitnehmen, das dürfte auch das Auto auf dem Knabe-Foto sein", erzählt Volker Seidel und schließt damit eine jüngst veröffentlichte Vermutung von Leser Bernd Wolf aus. Dieser war davon ausgegangen, bei dem Taunus handele es sich um ein Auto, das einem an der Aussicht wohnenden Mann von dessen in den Westen übergesiedelten Eltern geschenkt worden war. Volker Seidel: "Den Mann kenne ich, der hatte aber einen roten Taunus P 5 mit weißem Dach." Möglich wäre aber auch eine Besitzerin: Der langjährige Reichenbacher Taxifahrer Claus Hink hatte vermutet, der Taunus könnte Frau Apel gehört haben, der Inhaberin eines Lampengeschäfts an der "Stadt Leipzig".

Zwar lässt sich die Frage nach dem Besitzer des Taunus nicht endgültig klären. Die Leserreaktionen lassen aber den Schluss zu: In Reichenbach fuhren Ende der 60er-Jahre nicht nur West-Busse im Renak-Arbeiterverkehr (einer der zwei O-3500-Busse von Mercedes Benz ist auch auf dem Foto zu sehen), sondern auch drei Fords - mindestens.

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