Edle Araberpferde verzücken die Besucher

Noch immer sind nicht alle Folgen eines Wirbelsturm beseitigt. Im Gestüt bei Wagners wurde am Samstag trotzdem gefeiert. Nicht nur Pferdenarren kamen auf ihre Kosten.

Hauptmannsgrün.

Der diesjährige Tag des Arabischen Pferdes bei Familie Wagner in Hauptmannsgrün stand am Samstag ganz im Zeichen des 40. Geburtstages des Gestüts. Doch noch ein anderes Ereignis hatte sichtbare Spuren hinterlassen: Ein Wirbelsturm , der im September 2018 über den Betrieb fegte, 40 Bäume umknickte, die Hoftore etliche Meter durch die Luft wirbelte, Haus- und Stalldach abdecke und der einen Schaden von 100.000 Euro hinterließ.

Zwar haben Wagners, auch dank der Unterstützung vieler freiwilliger Helfer, inzwischen die gröbsten Schäden beseitigt. Doch Holzstapel, von denen Gestütschef Kurt Wagner sagt: "Das ist Kaminholz für die nächsten zehn Jahre", zeugen noch von den Ereignissen vor zehn Monaten.


Die Feierlaune ließen sich Wagners und das Team des Gestüts deswegen aber nicht vermiesen. Die Stallgemeinschaft hatte Geburtstagsgeschenke mitgebracht und das Schauprogramm ließ mit Dressurquadrille, Hengst-, Stuten- und Jährlingspräsentation sowie Reitvorführungen der Jugendgruppe keine Wünsche offen. Den Höhepunkt, der Auftritt schöner Frauen in arabischen Kostümen und ebensolchen gezäumten Pferden, ein überaus beeindruckendes, weil farbenfrohes Spektakel, hoben sich die Veranstalter für den Schluss des zweistündigen Programms auf.

40 Jahre Zuchtgeschichte bei Wagners bedeute für die Familie auch, Erinnerung an viele Pferde, die sie über Jahrzehnte treu begleitet haben. "Unsere 30-jährige Zuchtstute Menasha ist das letzte reine in der DDR gezogene Zuchtpferd. Von ihren Nachkommen leben auf unserem Gestüt vier Generationen", so Kurt Wagner.

Die Fohlentaufe, sonst ein fester Programmpunkt, musste dieses Mal ausfallen, denn es gab keinen Nachwuchs im Gestüt. "Wir haben voriges Jahr keine einzige Stute decken lassen. Die Situation auf dem Markt ist einfach zu schlecht", erklärt Kurt Wagner. Etliche Züchter hätten aufgegeben, deren Pferde überschwemmen ebenso preiswert den Markt wie Billigimporte aus dem Ausland. Hinzu kämen drastisch, fast um das Doppelte gestiegene Kosten für Heu und Stroh.

"Wir beschränken uns derzeit auf den Reitbetrieb", so der Gestütschef weiter. Geländeritte in schöner Umgebung und Reitunterricht finden regelmäßig statt und entsprechen auch der Philosophie der Vollblutaraber-Züchter, die ihre Tiere nicht als Sportgeräte betrachten, sondern als Partner. Die enge Bindung der Araberpferde an ihre Menschen ist legendär. Sie gelten als die älteste Haustierrasse der Welt. Ihrem Ursprung nach sind sie Wüstenpferde, die gut mit trockenem, heißem Klima zurechtkommen. Ein bisschen Wüstenflair umwehte die Zuschauer nicht nur beim Schauprogramm der hübschen Frauen, sondern auch beim flotten Galopp der Pferde über die Sandbahn, die staubige Wolken Richtung Zuschauer schickte.

Jedes Jahr zieht es eine treue Zuschauerschar zum Tag des Arabischen Pferdes nach Hauptmannsgrün. Manche kommen auch wegen der Verpflegung, der ein guter Ruf vorauseilt. Auch das hat Kurt Wagner schon gehört: "Zu mir hat mal ein Besucher gesagt, dass er sich eigentlich gar nicht so sehr für Pferde interessiert, aber das Essen schmeckt immer sehr gut."

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