Fahrradturnier: Weinholdschüler fahren zum Landesausscheid

In der Weinhold-Oberschule haben gestern Sechstklässler bei einer ADAC-Aktion Geschick bewiesen. Zwei Schüler dürfen nun auf Landesebene ran - und dann vielleicht zum Bundesfinale.

Reichenbach.

Wer glaubt, sein Fahrrad zu beherrschen, wird im Parcours von Andy Weiß schnell eines besseren belehrt: Fahrt über ein Spurbrett, während der Weiterfahrt eine mittig arretierte Kette von einem Ständer aufnehmen und nach einer Runde dort wieder ablegen, dann durch einen von Holzklötzern markierten Rundkurs - ohne auch nur einen Klotz umzustoßen -, dann Fahrt über ein Schrägbrett und schließlich nach einem auf Zeit zu fahrenden Slalom Sprint ins Ziel. "Ohne Fehler hat das keiner geschafft. Das war heute so im Mittelfeld", sagt Andy Weiß, der im Rahmen des vom ADAC veranstalteten Bundes-Fahrradturniers auf regionaler Ebene die Stoppuhr drückt.

Gestern war die Reichenbacher Weinhold-Oberschule Station der jährlich von etwa 320.000 Kindern belebten ADAC-Aktion, die unter dem Motto "Mit Sicherheit ans Ziel" steht. Gegenwärtig laufen die regionalen Ausscheide wie gestern der in Reichenbach. Immer ein Mädchen und ein Junge qualifizieren sich dabei für den Wettkampf auf Landesebene, dann geht's zum Bundesausscheid, bei dem sich je 54 Jungen und Mädchen messen. Das deutsche Championat wiederum ist das Sprungbrett für Europa: Im nächsten Jahr starten die besten deutschen Radler des jetzt begonnenen Ausscheids beim 32. Europäischen Verkehrserziehungs-Wettbewerb in der albanischen Hauptstadt Tirana.

Ganz so weit hat gestern niemand gedacht. Die Weinholdschule hatte bei dem in drei Altersklassen gestaffelten Wettbewerb ihre Sechstklässler ins Rennen geschickt. Und wer nach Tirana will, weiß nun, was ihn erwartet und kann trainieren, was das Zeug hält. Sarah Sophie Bernhardt und Niklas Pinkes aus der 6 a haben noch alle Optionen. Sarah lag mit drei Fehlern und einer Slalom-Zeit von 7,9 Sekunden vor allen anderen Mädchen, Niklas machte wie Jonas Danz zwei Fehler und qualifizierte sich aufgrund der besseren Slalom-Zeit von 6,72 Sekunden für den Landesausscheid.

Gewinner waren gestern jedoch alle Teilnehmer. Nicht nur in Sachen Fahrrad-Beherrschung, da war sich Physik-Lehrerin Ursula Wolf sicher. "Wir sind gerade beim Thema Geschwindigkeit. Die Schüler lernen, wie man diese berechnet. Hier lernen sie, was Geschwindigkeit bedeutet, das ist quasi angewandte Physik." Dazu gehörte auch die vom ADAC eingerichtete Station, an der die Schüler den Bremsweg eines Autos bei 30 und 50 Sachen schätzen mussten. Dazu war Andy Weiß zuerst aufs Gas- und dann aufs Bremspedal getreten. Ergebnis: Bei Tempo 30 lagen viele Schüler noch richtig (3,5 Meter), bei Tempo 50 keiner. Den um das Dreifache vergrößerten Bremsweg (11 Meter) bei nicht einmal verdoppelter Geschwindigkeit hatte so keiner auf der Rechnung.

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