Für den Pegelstand braucht es schon Adleraugen

An der Göltzsch in Mylau ist jetzt eine Pegelmesslatte angebracht worden. Zu kurz und kaum zu sehen, moniert ein Ortschaftsrat.

Mylau.

Jahrelang hat Thomas Rosin, der für die BI Reichenbach-Mylau im Ortschaftsrat sitzt, um eine Pegelmesslatte an der Göltzsch in Mylau gekämpft. Nicht zuletzt, weil seine Familie 2013 selbst vom verheerenden Juni-Hochwasser betroffen war. "Die offizielle Pegelmessstelle für die Göltzsch liegt oberhalb des Freibades Mylau und hat für die Stadt keine Relevanz. Deshalb sollte unten in der Stadt eine Pegellatte angebracht werden. In Greiz gibt es auch so etwas. Eine einfache Sache. Auch für die Feuerwehr ist das wichtig", sagt Rosin.

In der vergangenen Woche hat die Stadtverwaltung Reichenbach eine solche Pegellatte angebracht. Und zwar an der Stützmauer der Göltzsch zur Netzschkauer Straße hin, einen Steinwurf entfernt von der mit Ampel geregelten Einmündung. Doch Thomas Rosin ist alles andere als zufrieden. "Ich habe erst einen Lach- und dann einen Weinkrampf bekommen", sagt er. Was er kritisiert? "Die Pegellatte ist so weit von der Brücke am ehemaligen Aldi entfernt, dass man den Wasserstand ohne Opernglas nicht lesen kann. Und sie ist nur zwei Meter hoch, obwohl die Mauer vier Meter misst."

"Freie Presse" sah sich die Sache vor Ort an. In der Tat ist der Pegelstand mit bloßem Auge schwer erkennbar. Da braucht es Adleraugen - oder optische Hilfsmittel wie einen Kamerazoom oder ein Fernglas.

Auf Nachfrage in der Stadtverwaltung Reichenbach erklärte Stadtsprecherin Heike Keßler: "Der Standort wurde aufgrund eines Ortstermins, an dem neben Vertretern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr auch Hans-Rudolf Spitzner, Sachgebietsleiter Feuerwehr und Katastrophenschutz der Stadtverwaltung, teilgenommen hat, bestimmt." Festgelegt worden sei, eine Pegelmesslatte im Bereich der genannten Brücke anzubringen, "um für die Bevölkerung in Mylau den Wasserstand der Göltzsch jederzeit besser erkennbar zu machen". Die Zustimmung sei erfolgt "mit Festlegung der Befestigung der Messlatte oberstrom, linksseitig im Bereich der alten Mauer vor der Brücke", nicht über eine der senkrechten Raumfugen, aber ansonsten in den Mauerwerksfugen befestigt.

"Die Maßnahme ist noch nicht abgeschlossen", teilt Keßler mit. "Die Messlatte wird insgesamt höher. Die Teile werden in Segmenten zu je einem Meter bzw. im Endstück kürzer angeboten." Um die endgültige Höhe zu ermitteln, sei erst der untere Teil angebracht worden. Die Antwort aus dem Rathaus schließt mit dem Satz: "Der Pegelstand ist aus Sicht des Fachamtes erkennbar."

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