Göltzschtalbrücke soll flammrot leuchten

Das berühmte Ingenieurbauwerk in Netzschkau wird Teil einer bundesweiten Aktion. Das ruft vogtländische Akteure auf den Plan.

Netzschkau.

Ein Ausflug ins Freie, zum Beispiel zu Aussichtspunkten, von denen aus man die Göltzschtalbrücke gut sehen kann, lohnt sich am späten Montagabend: Das weltberühmte Ingenieurbauwerk wird zwischen 22 und 1 Uhr seine Farbe von Ziegelrot auf ein leuchtendes Rot ändern. Grund dafür ist die bundesweite Aktion "Night of Light", an der sich das vogtländische Unternehmen Blue Vision - Media Networks beteiligt.

Die Organisatoren wollen mit der Beleuchtung markanter Bauwerke auf die prekäre Situation der Branche infolge der Veranstaltungsverbote und -beschränkungen aufmerksam machen. Die rote Farbe wurde gewählt, weil für viele Firmen und Beschäftigte die Zeichen inzwischen auf Alarmstufe Rot stehen.

Jörg Menke, einer der beiden Firmeninhaber, erklärte: "Wir haben vier Jahre hart am Aufbau unseres Unternehmens gearbeitet und viel in Technik investiert. Jetzt müssen wir beinahe hilflos zuschauen, wie sich unsere berufliche Existenz in Luft auflöst, bei allem Verständnis für notwendige Schutzmaßnahmen." Die Wahl der Brücke als Objekt für die Aktion sei ihm nicht schwergefallen. Menke: "Wir lieben das Vogtland und wollen die Brücke überregional weiter ins Gespräch bringen. Außerdem brauchen wir dafür ein Bauwerk, das überregional bedeutsam ist. Bei der Brücke kommt dazu, dass sie aufgrund ihrer Lage gut sichtbar ist." Ihm sei es wichtig, Synergien herzustellen. Bei Netzschkaus Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein) rannte er mit dieser Idee offene Türen ein, denn die Belebung des Brückengeländes und die Beleuchtung des Bauwerkes sind Themen, mit denen sich das Stadtoberhaupt permanent beschäftigt.

Die Brücke und Ketzels Mühle am Fuße des Eisenbahnviaduktes werden mit 20 sogenannten LED-Washlight- und acht LED-Beamlight-Scheinwerfern der Firma Jam-Sound in Szene gesetzt. Diese stehen auf dem Mühlengelände. Die Stadtwerke Reichenbach stellen das Notstromaggregat zur Verfügung.

Menke: "Mit der Aktion Brücke in Flammen fordern wir die Politiker auf, sich mit unserer Branche im Dialog auseinanderzusetzen. Wir wollen wieder arbeiten und unseren Lebensunterhalt sichern. Wenn dies nicht möglich ist, dann benötigen wir sehr schnell finanzielle Unterstützung, um diese von uns nicht verschuldete und existenzgefährdende Krise überstehen zu können."

Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen, um noch weitere Gebäude am Montagabend zu beleuchten. In der Kernstadt Netzschkau arbeiten der Schlossförderverein und Hearyou sound an der Beleuchtung des Schlosses. Angemeldet zur Aktion sind außerdem ein Firmensitz in der Reichenbacher Reichsstraße sowie das Neuberinhaus.

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