Landtagswahl: Vogtland-AfD tritt mit vier Direktkandidaten an

Hinter verschlossenen Türen hat die Partei die Weichen für den Urnengang am 1. September 2019 gestellt. Drei der vier Kandidaten wohnen nicht dort, wo sie antreten.

Reichenbach/Plauen.

Im Plauener Hotel "Alexandra" haben die vogtländischen AfD-Mitglieder am Sonntag Direktkandidaten für die sächsische Landtagswahl am 1. September 2019 gekürt. Medien waren nicht eingeladen. Vorstandsmitglied Tilman Matheja begründet dies mit einem "grundsätzlichen Misstrauen der Mitglieder gegenüber der Presse", das er gern überwinden wolle.

Laut Mitteilung der Partei sind folgende Kandidaten gewählt worden: Frank Schaufel aus Plauen für den Plauener Wahlkreis Vogtland 1; Thomas Schädlich aus Ellefeld für den Wahlkreis Vogtland 2, der von Bad Elster bis Pausa-Mühltroff reicht; Steve Lochmann aus Plauen für Vogtland 3 (von Klingenthal bis Treuen) und Tilman Matheja aus Auerbach für Vogtland 4 (Steinberg bis Reichenbach). Damit treten drei der vier Kandidaten nicht in den Wahlkreisen an, in denen sie wohnen. Nach Angaben von Matheja hat dies zum Teil "strategische Gründe": Für ihn als Lehrer sei es zum Beispiel besser, nicht an seinem Wohnort Auerbach zu kandidieren, so könne er Berufliches und Politisches leichter voneinander trennen. Ansonsten sei die Zuordnung einfach Folge des Abstimmungsverhaltens der Mitglieder, es habe für jede Kandidatur zwei Bewerber gegeben.

Alle vier Kandidaten sind Mitglieder des vogtländischen Kreisvorstands. Frank Schaufel (61) ist Augenoptiker. Thomas Schädlich (60) praktiziert als Arzt in Ellefeld und ist Fraktionschef seiner Partei im Kreistag. Steve Lochmann (41) ist seit rund einem Jahr Kreischef der AfD und arbeitet in der Versicherungsbranche. Pädagoge Tilman Matheja (35) kam aus Bayern nach Auerbach, zuvor war er bereits in Würzburg für die AfD aktiv.

Laut Pressemitteilung hielten die Kandidaten "feurige Reden", in denen sie die "aktuelle politische Schieflage" kritisiert und die "Unfähigkeit der Altparteien aufgezeigt" hätten. Man sei sich einig, dass brennende Probleme wie die "prekäre Sicherheitslage", Altersarmut, Lohnungerechtigkeit, die Förderung des ländlichen Raums oder die verkorkste Energie- und Flüchtlingspolitik dringend angepackt werden müssen. Lochmann will demnach dafür "kämpfen", dass "Frauen und Mädchen sich abends und nachts wieder auf öffentlichen Straßen und Plätzen sicher fühlen können". Schädlich hat den Ärztemangel im Fokus. Matheja meinte, die Kretschmer-CDU könne in Sachsen noch viele wahltaktische Manöver hinlegen, den Wähler könne sie nicht für dumm verkaufen. Schaufel sprach von einem "bildungspolitischen Fiasko", das man aufarbeiten müsse.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...