Mit der 28. Veranstaltung gehen die Krimitage zu Ende

Das Finale hat Patricia Holland Moritz mit einer Lesung über zweifelhafte Todesfälle bestritten. Sie musste dabei auch über ihre Verwandschaftsverhältnisse berichten.

Reichenbach.

Mit der Lesung aus "Mordzeitlose" von Patricia Holland Moritz sind am Mittwochabend die Krimi-Literaturtage Vogtland zu Ende gegangen. Wie schon bei der Kleinen Gartenschau 2014 wurde das Projekt bis zur Lesung im Grünen verlängert, damit Equipment und Technik im Park der Generationen für die Literaturveranstaltung verwendet werden konnten.

Im Mittelpunkt der Lesung standen eine Familie mit einer Gärtnerei, mehrere zweifelhafte Todesfälle und psychologische Auffälligkeiten. Für die Fragerunde bot die Autorin an, auch Auskunft zu Giftpflanzen oder anderen Recherchethemen für ihren Roman zu geben. Wie bei fast jeder ihrer Lesungen musste sie ihre verwandtschaftlichen Verbindungen mit der Eulenspiegel-Autorin Renate Holland-Moritz erklären. Sie bestehen über die väterliche Seite, die auch den Namen weitergegeben hat und kommen ursprünglich aus Thüringen. Patricia Holland Moritz, die für ihre künstlerische Tätigkeit bewusst den Bindestrich im Doppelnamen weglässt, wurde in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geboren und lebt in Berlin. "Bei mir kommen immer Heimatgefühle auf, wenn ich in Sachsen bin", gestand die Autorin, die vor zwei Jahren bereits einmal Gast bei den Krimitagen war. Sie nutzte den Aufenthalt für einen Gang durch den Park, "ein wunderschönes Fleckchen".


Die Veranstaltung war die 28. In diesem Jahr und die 357. der Krimitage insgesamt. Ähnlich wie in den Vorjahren wurden etwa 1500 Besucher begrüßt, wobei rund 1300 die 24 Lesungen erlebt haben. Das ergibt im Durchschnitt 54 Besucher pro Lesung. Die Veranstalter vom Förderverein Schloss Netzschkau hatten einen bunten Themenstrauß über das kriminelle Genre hinaus zusammengebunden. Eine herausragende Veranstaltung war die Lesung von Joe Bausch in Greiz. Der emotionale Abend mit Anemone Rüger und ihrem Buch "Da gibt es nichts zu erzählen" führte zu einem weiteren Besuch der Autorin beim Israelfreunde-Tag. Dort stellte sie ihr Hilfsprojekt für Holocaust-Überlebende in der Ukraine vor. Bei der Premierenlesung in Rodewisch zum Buch "Kurbäder im Herzen Europas" spielte mit Yogev Shetrit ein Drummer, der in der ganzen Welt auftritt, kurz danach auf der Millenium-Stage im Kennedy Center Washington D.C. Der Rechtsanwalt Veikko Bartel erwies sich als wahrer Entertainer, der auch schwere Kost gut verpacken kann. Alfred Weidinger, Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig, sprang kurzfristig für seinen erkrankten Bruder Erich ein und sprach zu Gustav Klimt. "Die Veranstaltung besuchte ein fast ausschließlich älteres Publikum. Dieser Schnitt ist ein Ausdruck der demografischen Verschiebungen. Bei meiner Lesung auf der Crime Cologne waren 90 Prozent junge Gäste", fiel Reiner Laux bei der Kriminacht im Schloss Netzschkau auf. Der echte Bankräuber ist immer noch Gesprächsthema in der Schlossstadt.

Neben all den kriminellen Machenschaften zwischen den Buchdeckeln erfuhren die Leser etwas über den Iran, beschäftigten sich mit Nachkriegsgeschichte und 30 Jahren politische Wende, wurden an den 200. Geburtstag von Clara Schumann erinnert und hörten unbekannte Texte von Michael Ende anlässlich seines 90. Geburtstages. In anderen Lesungen standen die Familie, Krankheiten wie Schizophrenie, Wirtschaftskriminalität, Terrorismus oder andere aktuelle Themen im Mittelpunkt, alles auf hohem Niveau. Darüber hinaus gab es eine Schreibwerkstatt, die Krimiblutspende und zwei Ausstellungen.

Die Wohnzimmerverlosung ist absolviert. Die Veranstaltung findet im September statt. Die Ausstellung "Jahrhundertzeugen" von Tim Pröse im Schloss Netzschkau wird verlängert. (pstp)

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