Plauensche Straße: Anwohner fordern ein Brummi-Verbot

Mit einer Tempo-30-Zone will die Stadt Reichenbach Verkehrsprobleme auf der Strecke Richtung Mühlwand lindern. Einigen geht das aber nicht weit genug.

Reichenbach.

Egal, ob Autos Richtung Schneidenbach wollen oder Laster aus Richtung Reichenbach zum Industriegebiet am Windrad - fast alle fahren am Haus von André Turban vorbei. Und dies zumindest teilweise recht rasant. Das ärgert Turban. Und offenbar nicht nur ihn. Mit seinen Nachbarn von der Plauenschen Straße in Reichenbach hat er nun eine Unterschriftenaktion gestartet. Knapp 30 Leute haben bislang unterschrieben. Das ist vielleicht nicht die Welt, aber Turban hofft auf weiteren Zuspruch, um seine Position im Rathaus zu stärken. "Wir waren schon oft mit unseren Problemen bei der Stadtverwaltung; und dort zeigte man auch immer Verständnis", so der Reichenbacher. "Aber getan hat sich deshalb trotzdem nichts."

Das soll sich nun ändern - zumindest teilweise. "Wir wollen auf der Plauenschen Straße eine Tempo-30-Zone ausweisen", kündigt Dirk Postler an, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters. Ab wann - und ob ganz oder nur auf einem Teilstück - steht aber noch nicht fest. Da die Plauensche Straße eine Kreisstraße ist, kann die Stadt Reichenbach das nicht einfach kraft ihrer Wassersuppe festlegen, sondern muss Einzelheiten mit dem Landratsamt abklären. Aber dass es ein Tempolimit geben wird, dies ist offenbar in Sack und Tüten.

"Das sind gute Nachrichten", freut sich André Turban. Aber es ist seiner Einschätzung nach höchstens die halbe Miete. Genauso wichtig sei es, dass die Plauenscher Straße für Laster gesperrt werde. "Wir wollen eine Tonnagebegrenzung", so Turban. "Vor allem dort, wo die Plauensche Straße auf die B94 trifft, spielen sich zum Teil abenteuerliche Szenen ab." Beispielsweise, wenn sich dort zwei Lkw begegnen. Die Lage sei besonders schlimm, seit vor einigen Jahren im Industriegebiet am Windrad die Alte Lengenfelder Straße wegen der Erweiterung des Unternehmens Thermofin abgeschnitten wurde. Seither würden viele Mitarbeiter der Gewerbebetriebe - und eben auch Lastwagenfahrer - die Plauensche Straße als kürzeste Verbindung nutzen.

Doch mit dem Wunsch nach einer Tonnagebegrenzung beißen Turban und seine Nachbarn auf Granit. "Das hat die Straßenmeisterei des Vogtlandkreises abgelehnt", so Rathausmitarbeiter Postler. Dafür gebe es zwei Gründe. Zum einen sei die Plauensche Straße eine Straße von "überörtlicher Bedeutung". Außerdem dürften dort dann ja auch keine Müllwagen und Möbeltransporter mehr fahren. "Ich glaube auch nicht, dass die Probleme dort so gravierend sind", schätzt Postler ein. Vom 7. bis 23. August sei die in der Nähe liegende Straße Am Windrad gesperrt gewesen. In dieser Zeit habe es auf der Plauenscher Straße sicherlich mehr Verkehr gegeben. Doch das sei ja vorbei.

Dies sieht André Turban ganz anders. "Das mit den Lastern ist ein generelles Problem, weil die Verkehrsführung am Gewerbegebiet am Windrad eine Fehlplanung ist", ist er überzeugt. Deswegen sammelt er weiter Unterschriften. Damit es nach der Geschwindigkeitsbegrenzung vielleicht ja auch noch mit der Tonnagebegrenzung klappt.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    Zeitungss
    14.09.2019

    Wie der FP heute zu entnehmen war, ist eine Lösung in Sicht, das bayerische Lufttaxi. Damit wird gleichzeitig Platz für den ausufernden LKW-Verkehr geschaffen, welcher heute schon permanent durch die PKW-Flotte behindert wird.
    Haben die Anwohner der Plauenschen Straße schon einmal an das Zurücksetzen ihrer Grundstücke gedacht ? Die Verkehrswende nach der Wende hat nun einmal auch unangenehme Seiten und um diese zu beheben, sind Zugeständnisse notwendig.
    DER BRUMMI bringt das FRÜSTÜCKSEI, ein alter Werbeslogan, welcher sich durchgesetzt und Bestand hat.
    Ich wünsche den Anwohnern trotz meiner ausgefallenen Zeilen, viel Erfolg.

  • 0
    2
    Interessierte
    14.09.2019

    Unglaublich , kann man nur mit dem Kopf schütteln



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