Senioren: Mehr Initiativen für altersgerechtes Wohnen nötig

Ärztliche Versorgung und kaputte Gehwege sind weitere Themen, die Behindertenrat und Seniorenvertretung in Reichenbach umtreiben. Der Aufzug für Neuberinhaus wird jetzt Realität.

Reichenbach.

Mehr Wohnungen für ältere, mobilitätseingeschränkte und behinderte Menschen in Reichenbach zu schaffen, sieht Olaf Schwarzenberger, Vorsitzender der Seniorenvertretung Reichenbach, als "immense Herausforderung für die nächsten Jahre". Das hat er jetzt im Stadtrat deutlich gemacht.

Der aktuelle Wohnungsbestand entspreche nicht den Bedürfnissen dieser Menschen. Oft müssten sie aus ihren Wohnungen ausziehen und eher als eigentlich nötig in andere Wohnformen gehen, weil sie die Treppe nicht mehr schaffen, Schwellen oder der Duscheinstieg zu hoch sind. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Woba habe sich mit dem Wohn- und Ärztehaus am Solbrigplatz und die Wohnungsbaugenossenschaft mit dem Umbauprojekt Dr.-Otto-Just-Straße 2 sowie dem Fahrstuhlanbau an weitere Wohnblöcke zwar dem Thema gestellt. Aber um dem Bedarf gerecht zu werden, müssten weit mehr Wohnungen umgebaut werden.


Schwarzenberger verweist auf die Informations- und Servicestelle für altersgerechtes Wohnen in Plauen, die vielfältige Möglichkeiten auch für privaten Wohnraum offeriert. Es gebe auch Förderprogramme für Umbaumaßnahmen. Technische Dinge und Fördermöglichkeiten seien aber oft in der Bevölkerung nicht bekannt. Hier wolle die Seniorenvertretung gemeinsam mit der Stadtverwaltung ansetzen.

Bei anderen Themen haben Behindertenrat und Seniorenvertretung durch ihre Hartnäckigkeit Erfolge erzielt. 2019 wird der lang ersehnte Einbau eines Fahrstuhls im Neuberinhaus vom Keller bis ins Dachgeschoss beginnen. 527.800 Euro stehen dafür im Stadthaushalt 2019/20. Damit Menschen mit Handicap endlich an Veranstaltungen im Obergeschoss teilnehmen. Barrierefreiheit bleibt eine Hauptforderung. Der Behindertenrat, so bilanziert der Vorsitzende Wilfried Jänner, setzte sich für barrierefreie Sparkassencontainer ein. Mit dem neuen Container an der Dr.-Külz-Straße sei dies umgesetzt worden.

In die Planung für die Neugestaltung des Solbrigplatzes waren Behindertenrat und Seniorenvertretung von Anfang an einbezogen und brachten sich bei den Themen Barrierefreiheit, Gehwegoberfläche und Parkplätze aktiv ein. Vorschläge und Anregungen flossen auch ins neue Buskonzept Vogtlandnetz 2019+ ein, das ab Oktober umgesetzt wird.

Was die Bekämpfung des Hausarztmangels durch den Neubau des Wohn- und Ärztehauses am Solbrigplatz angeht, so hält Wilfried Jänner fest: "Unsere doch großen Hoffnungen wurden enttäuscht. Trotz größter Bemühungen ist es nicht gelungen, genügend Ärzte zu überzeugen, eine Praxis in diesem Haus zu eröffnen." Kritisch sieht der Behindertenrat, dass die Fußgängerzone nach nur drei Monaten wieder zum verkehrsberuhigten Bereich wird. "Unverständlich ist, warum der neuen Beschilderung keine Probezeit eingeräumt wird, um dann sagen zu können, ja das hat sich bewährt oder es hat sich nicht bewährt." Gerügt wird "das disziplinlose und rücksichtlose Verhalten der Kraftfahrer, die vorsätzlich gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen".

Dass es am Reichenbacher Bahnhof keinen Fahrkartenschalter mehr gibt, wird auch kritisiert. Im Reisebüro Sunshine Tours seien Tickets für IC und ICE sowie Platzreservierungen leider nicht möglich.

Ein Dauerbrenner ist die Beseitigung von Schäden an Straßen und Gehwegen. Auch wenn die Stadt tut, was sie finanziell kann, seien "weiterhin erhebliche Anstrengungen nötig". Damit auch Senioren und Menschen mit Behinderung ihre Wege zum Einkauf, in die Stadt oder einfach nur zum Spazierengehen sicher absolvieren können.

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