Superkabel noch nicht für alle im Vogtland

Mehr als 20 Prozent der Haushalte im Landkreis erhalten bald Zugang zum schnellen Datennetz. Die Höchstgeschwindigkeit beim Datenverkehr kommt vor allem gewerblichen Nutzern zugute. Für den Privatnutzer stellen sich auch Fragen.

Reichenbach/Plauen.

Das Vogtland gehört zu den bevorzugten Regionen in Deutschland, die demnächst in ausgewählten Gebieten schnelles Internet erhalten. Möglich macht das der geplante Breitbandausbau, bei dem Glasfaserkabel die bisherigen Kupferleitungen ersetzen. Geschwindigkeiten beim Datenaustausch von bis zu einem Gigabit pro Sekunde sind dann möglich. Das ist ein Vielfaches dessen, was bisher an Geschwindigkeit bei der Datenübertragung üblich ist.

Teile von 23 Kommunen kommen in den Genuss der schnellen Verbindungen: Auerbach, Ellefeld, Elsterberg, Falkenstein, Heinsdorfergrund, Lengenfeld, Netzschkau, Neumark, Neustadt, Pausa-Mühltroff, Plauen, Pöhl, Reichenbach, Rodewisch, Rosenbach, Steinberg, Treuen, Klingenthal, Markneukirchen, Mühlental, Muldenhammer, Oelsnitz und Schöneck. Unternehmenssprecher Georg von Wagner von der Telekom: "23.000 Haushalte und 13 Gewerbegebiete profitieren vom Breitbandausbau der Telekom." Hinzu kommen 3500 Haushalte in Plauen plus 500 Gewerbeeinheiten, welche die Stadtwerke Strom Plauen erschließen. Da es laut Statistischem Landesamt rund 119.000 Haushalte im Vogtlandkreis gibt, sind das etwa 22 Prozent der vogtländischen Haushalte, die in den nächsten zwei Jahren einen der modernsten Internetanschlüsse erhalten. Für die Breitband-Erschließung des Gewerbegebietes Steinberg erhielt die Envia Tel den Zuschlag, ist einer Informationsbroschüre des Landratsamtes zu entnehmen.

Wer ein Breitbandkabel kostenlos bis ins Haus verlegt bekommen kann, darüber informieren die Kommunen entweder per Brief oder per Einwohnerversammlung. Außerdem findet sich im Geoportal des Vogtlandkreises eine Karte, auf der alle Gebiete mit vorgesehener Erschließung farbig markiert sind. Der Anschluss ist freiwillig und bei der Neuverlegung kostenlos.

Sowohl für private als auch für gewerbliche Nutzer bietet sich ab Mitte 2020, bis dahin soll der Ausbau abgeschlossen sein, eine Erweiterung der Möglichkeiten der Internet-Nutzung. Telekom-Sprecher von Wagner zählt auf: "Mit dieser Bandbreite ist das Hoch- und Herunterladen auch großer Datenmengen von Videos, Musik oder Fotos in Sekundenschnelle erledigt. Geschäftliche Anwendungen sind zum Beispiel das Versenden hochauflösende Röntgen- oder MRT-Bilder, die von der Klinik an den behandelnden Arzt weitergereicht werden." Der Sprecher nannte weitere Anwendungsmöglichkeiten: "Lokale Handwerker oder Architekten können sich mit hochauflösenden Zeichnungen an internationalen Ausschreibungen beteiligen." Im privaten Umfeld werde das Streamen von Audio- und Video-Inhalten, zum Beispiel in den sozialen Netzwerken, immer wichtiger. Filme können bei dieser Bandbreite ruckelfrei geschaut werden."

Wenn die Telekom oder ein anderer Ausbauer des Netzes ein Ein-Giga-Bit-Kabel verlegt, heißt das aber nicht, dass der private Nutzer auch mit dieser Geschwindigkeit unterwegs ist. In ihrem Magenta Zuhause XL-Tarif wirbt die Telekom beispielsweise mit einer Downloadgeschwindigkeit von 250 Megabits pro Sekunde und nicht mit einem Gigabit pro Sekunde. Unternehmenssprecher von Wagner erklärt: "Man kann bis zu einem Gigabit buchen. Das machen aber meist nur größere Unternehmen, die dann auch einen Geschäftskundenabschluss erhalten. Dieser ist mit einer Ausfallsicherheit verbunden. Das heißt, bei einer Havarie stellen wir innerhalb einer vereinbarten Frist eine Ersatzleitung zur Verfügung. Bei einem privaten Nutzer kommen wir im Rahmen der Möglichkeiten, so schnell es eben geht."

Uwe Uschmann von der gleichnamigen Elektronikfirma aus Reichenbach, erklärt, wohin die Reise aus seiner Sicht möglicherweise gehen könnte: "Fürs Fernsehen gucken und Internetnutzung reicht dann ein Bildschirm, ein Gerät. Antennen, Satellitenschüssel und Kabel werden damit eigentlich überflüssig." Doch diese künftig mögliche Art der Nutzung hat auch ihre Tücken: "Funktioniert die Technik einmal nicht, gibt es eine Havarie, kann man nichts mehr, weder Fernsehen gucken noch im Internet surfen."

Auch die Preisfrage stellt sich aus Sicht Uschmanns: "Während Mitglieder einer Antennenanlage so etwa fünf Euro im Monat fürs Fernsehen zahlen, dürfte Fernsehen gucken übers Breitbandkabel teurer werden." Die einzelnen Anbieter, das seien auch andere neben der Telekom, die das Breitbandkabel ebenso nutzen dürfen, würden dann sicher verschiedene Tarife mit verschiedenen Optionen anbieten, wie das auch jetzt schon der Fall sei.

Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter:

www.vogtlandkreis.de/breitband

www.breitband-vogtland.de

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