Wandbild steht für Leistung beim Wiederaufbau

Im Februar 1946 war die vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengte Elstertalbrücke wieder nutzbar. Ein Kunstwerk erinnert daran.

Reichenbach/Plauen.

Das Wandgemälde vom Wiederaufbau der Elstertalbrücke wurde vor 60 Jahren im damaligen Reichsbahngebäude in der Dresdener Ammonstraße eingeweiht. Das Wandbild schuf der Dresdner Maler und Restaurator Hans Möller-Uetersen (1892-1977). Er übermalte zwei Fresken des Dresdener Kunstprofessors Paul Rößler, die im Krieg beschädigt worden waren. Das Wandgemälde mit dem Titel "Planung und Bau" zeigt die großartige Leistung, auch den körperlichen Einsatz der Bauarbeiter, beim Wiederaufbau der Elstertalbrücke. Das 2004 umfassend sanierte Gebäude ist öffentlich zugänglich.

Was war der Anlass für die Schaffung des Wandbildes? Am 16. April 1945 unmittelbar zum Kriegsende sprengte die deutsche Wehrmacht die Elstertalbrücke bei Jocketa. Plötzlich war der Zugverkehr unterbrochen und die Fahrgäste, meist Flüchtlinge, mussten die Steilhänge des Elstertals zu Fuß mit Gepäck erklimmen. Zum Wiederaufbau wurden ehemals aktive Nazis zwangsverpflichtet, aber auch Freiwillige meldeten sich für die Arbeit an der Brücke. Zunächst wurde das Loch im Bauwerk provisorisch mit einer Stahlkonstruktion überbrückt. Stählerne Lehrgerüste von der noch nicht fertiggestellten Pirker Autobahnbrücke wurden dafür verwendet. Seit dem 4. Februar 1946 war die Brücke durch das Provisorium für Güterzüge wieder befahrbar. Reichsbahnoberinspektor Hubert Theuerkauf, der aus Oberschlesien geflohen war, leitete den Wiederaufbau. Im Oktober 1950 waren die Arbeiten abgeschlossen.

Eine Informationstafel am Wanderweg, der über die Brücke führt, informiert die Besucher. Auf dem Wanderparkplatz in Jocketa wurden fünf verstreut liegende Steine, die nicht beim Wiederaufbau verwendet worden waren, als Basis für eine Gedenktafel genutzt. Auch das Wandgemälde in Dresden erinnert eindrucksvoll an den Wiederaufbau der Elstertalbrücke.

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