Wetter lädt zum Rodeln - Doch Schlitten gibt's nur im Internet

Wer die Geräte kaufen möchte, steht coronabedingt vor verschlossenen Türen. Lieferengpässe gibt es laut einer Umfrage in Baumärkten kaum, allerdings wird das Sortiment teilweise schon auf Frühjahr umgestellt.

Auerbach/Falkenstein.

Auf vogtländischen Fluren liegt seit Weihnachten eine weiße Decke - und es gab zuletzt immer wieder Schnee-Nachschub. Da zieht es viele zur Ertüchtigung nach draußen. Rodelwillige schnappen sich also den Schlitten und sausen vom nächstgelegen Hügel. Mit Abstand und Einhaltung des 15-Kilometer-Radius vom eigenen Wohnort, in dem man sich aufgrund der aktuellen Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bewegen sollte, ist das auch kein Problem. Doch was, wenn der eigene Schlitten fehlt oder nicht mehr fahrtüchtig ist? Woher Neuware nehmen, wenn kein Geschäft geöffnet hat?

Im Auerbacher Raum steht Privatpersonen ausschließlich der Weg in den Online-Shop offen. Außer an Gewerbetreibende dürfen Baumärkte keine Waren direkt an Ort und Stelle verkaufen. "Die Leute können gerne auf unserer Internetseite bestellen", erklärt Heike Hillmann, Leiterin des Toom-Marktes am Falkensteiner Gewerbering. Ausgeliefert wird in bis zu 50 Kilometer Entfernung. Um die 60 Euro kostet ein Holzschlitten, der Poporutscher etwa 4 Euro. Hillmann zufolge geht Plaste-Ausrüstung besonders oft über den elektronischen "Ladentisch". Wer noch Bedarf hat, sollte aber nicht zu lange warten. Denn nachgeordert wird nicht mehr. "Wir stellen jetzt mehr auf Frühjahr um", berichtet die Marktleiterin.

Im Rodewischer Hellweg-Baumarkt an der Lengenfelder Straße ist die Situation ähnlich. Das Rodelgeräte-Angebot reicht vom einfachen Tellerrutscher für etwa 4 Euro bis zum Hörnerschlitten, in den Kunden knapp 60 Euro investieren müssen. Preislich überwiegend dazwischen rangieren verschiedene Kunststoff-Lenkschlitten und Rodelbobs. Allerdings dürfen Privatkunden bestellte Waren zumindest selbst abholen - falls sie noch vorhanden ist. Denn einige Produkte sind momentan vergriffen. Vornehmlich auf Schlitten haben es die es Freizeitrodler derzeit abgesehen. Lieferengpässe sind nach Auskunft des Marktes nicht zu befürchten.

Klassische Sportgeschäfte können allenfalls teilweise weiterhelfen. Bei Intersport Hopfmann in der Falkensteiner Schlossstraße sind verschiedene Holzschlitten, Kunststoffmodelle und Bobs im Online-Angebot. Die Ausgaben dafür bewegen sich zwischen etwa 26 und 70 Euro. Der Fachhändler Sporteck Kramer in Auerbach führt keine Wintersportgeräte. Bei Rass Sportshop gibt es ausschließlich Spezialschuhwerk.

Der Globus-Markt Weischlitz an der Taltitzer Straße öffnet seine Türen nach wie vor für alle Kunden. "Unser Hauptanteil sind ja Lebensmittel", sagt Marktleiterin Kitty Fischer. Aber auch Schlitten sind mit im Sortiment. "Davon haben wir jetzt wirklich schon gut verkauft", so Fischer. Den klassischen Hörnerholzschlitten gibt es für rund 35 Euro das Stück in Weischlitz. "Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen wenig bis gar kein Schnee lag, ist die Nachfrage derzeit groß." Schon mehrmals seien die Regale in diesem Winter leer gewesen. "Gerade warten wir allerdings wieder auf eine Lieferung. Die soll noch in dieser Woche eintreffen. Aber auch an uns wurde schon herangetragen, dass es Lieferengpässe bei den Schlitten gibt." (mit cbo)

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