Zuspruch für Handwagen-Gaudi in Plohn wächst

19 Flitzer stellten sich dieses Jahr dem Wettbewerb. Kuriose Gefährte mit noch kurioseren Namen bestimmen das Starterfeld.

Plohn.

Ein bisschen Volksfeststimmung kommt jedes Jahr am Freitag vor Pfingsten auf, wenn der Verein des traditionellen Brauchtums in Plohn zur Handwagengaudi einlädt. Traditionell ist dieser Spaß-Wettkampf schon längst. Ja fast schon legendär, denn das halbe Dorf ist auf den Beinen, Biertische füllen sich, und Petrus meinte es jetzt auch wieder gut mit der kleinen Rennfahrer-Gemeinde, die fast immer bei Sonnenschein antrittt.

Mit dem Starterfeld von 19 Handwagen und Bobby-Cars erlebte die Plohner Handwagen-Gaudi dieses Mal einen Zuspruch wie schon lange nicht mehr. Fünf Original-Handwagen und zehn Wagen Marke Eigenbau gingen an den Start. Hinzu kamen noch einmal vier Bobby-Cars, die sozusagen das Nachwuchsfeld stellen. Pokale erhielten die großen Teilnehmer. Medaillen und Urkunden gab es für alle Starter.


Das Team Rot-weiße Leidenschaft mit Fahrer Johny Merz und Anschieber Christopher Weiß verteidigte seinen Titel in der Klasse der Eigenbauten vom Vorjahr und flitzte auf vier Rädern wieder auf Platz eins. Bei den Original-Handwagen schob sich das Team Schillerstraßenblitz aus Lengenfeld mit einer Sekunde Vorsprung auf das Siegerpodest.

Als sehr kreativ erwiesen sich die Handwagenlenker nicht nur bei der Konstruktion recht eigenwilliger Gefährte, sondern auch bei der Namenswahl. Die Rot-Weiße Leidenschaft ist eine Abordnung des FC Bayern-Fanclubs. In Kittelschürzen traten Cathleen Winkler und Catharina Große in ihrem Muddi-Express an. Auch eine Spielplatzbande hatte sich unters Rennvolk gemischt. Ein Gefährt namens Tote Henne ging an den Start. Mit einer Porreestange geschmückt war der Lauchalarm unterwegs, und auch das Team Spinnegangel machte sich auf den Weg. Bevor jedoch harte Kerle und starke Frauen an den Start durften, nahm ein dreiköpfiges Technikerteam unter Leitung von Werner Nierbauer den Sicherheitscheck vor. Denn: Helm ist Pflicht, und auch bremsen muss der Handwagen können. Auch auf ordentliches Schuhwerk achtet das Technikerteam, denn bei teilweise recht beachtlichen Geschwindigkeiten auf der 100 Meter langen, leicht abschüssigen Strecke besteht zumindest auch ein kleines Unfallrisiko. Ordentliche Schuhsohlen sind beim Bremsen oft sehr nützlich.

Immer wieder schwierig gestaltet es sich, das Publikum von der Rennpiste zu bekommen. Moderator Bernd Müller hat jedes Jahr seine liebe Not, die Schaulustigen hinter die Absperrungen zu geleiten, denn zig Handy-Filmer wollen sich die besten Bilder des Rennens keinesfalls entgehen lassen. Die Rot-Weiße Leidenschaft bringt ihren eigenen Fanclub mit, der dann ordentlich für Stimmung sorgt, wenn die Gefährte dem Ziel entgegen rollen.

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