An Hirschgrundbrücke geht's los

Die Vorbereitungen für ein weiteres Millionen-Bauprojekt in Glauchau haben begonnen. Doch warum ist plötzlich die Gründelallee abgesperrt?

Glauchau.

Spaziergänger und Radler, die am Wochenende den Gründelpark passieren wollten, sahen sich plötzlich Sperrscheiben gegenüber. Auf der von der Stadt neu gestalteten Gründelallee geht es nicht weiter. Eine frisch angelegte Schotterstraße versperrt den Weg.

Hintergrund der Sperrungen ist das neue Millionen-Projekt der Stadt Glauchau, die Sanierung der Hirschgrundbrücke. Um das äußerst marode Bauwerk zu erreichen, hat die Stadt eine Baustraße durch den Park legen lassen. Auf einem Vlies wurde eine etwa 20 Zentimeter dicke Schicht aus Frostschutz und Kies geschüttet und befestigt, sodass Baufahrzeuge bis an die Brücke heranfahren können. Denn von der Paul-Geipel-Straße aus ist dies nicht möglich. Darüber hinaus sind nach Angaben der Stadt Glauchau auch Versorgungsleitungen für Baustrom und Bauwasser notwendig. Die Bäume, die in der Nähe der Baustraße stehen, bekamen einen Rundumschutz, bestehend aus Holzbrettern.

Somit ist der Startschuss für die nach jetzigem Stand der Dinge mehr als ein Jahr andauernde Baumaßnahme gefallen. Mitte dieser Woche soll im Bereich der Brücke selbst, die den Schlosspark und das Schloss verbindet, das Baufeld freigemacht werden. Ende Juli, so sieht es der Zeitplan vor, beginnt der Teilabriss der Hirschgrundbrücke. Teile, die abgerissen werden, sollen originalgetreu wieder entstehen.

Die Kosten für die Sanierung des Bauwerks aus dem 17. Jahrhundert liegen nach dem Ausschreibungsergebnis bei 1,1 Millionen Euro und damit in der Größenordnung der Fuß- und Radfahrerbrücke über die Zwickauer Mulde bei Wernsdorf, die komplett abgerissen und neu gebaut wurde. Der überwiegende Teil der Kosten wird mit Fördermitteln finanziert. Der Zustand der Hirschgrundbrücke ist schon seit Langem denkbar schlecht. Bereits in den 1970er-Jahren haben Brückenprüfer das Bauwerk als einsturzgefährdet eingestuft. 1999, 2003 und 2009 wurde die Brücke jeweils ingenieurtechnisch überprüft. Sie bekam jedes Mal mit der Note 4 die schlechteste Bewertung, die eine Brücke bekommen kann. Das Problem: Feuchtigkeit dringt von oben ein und setzt dem Bauwerk mächtig zu. 2009 wurde versucht, diesen Prozess zu verzögern. Mit Sand, Splitt und Folie sollte gerettet werden, was noch zu retten war.


Graben oder Grund?

Während der Diskussionen um den geplanten Brückenbau hat es auch eine Debatte um den richtigen Namen gegeben. Die Stadtverwaltung als Bauherrin hat in allen Planungsunterlagen und Fördermittelanträgen den Namen "Hirschgrabenbrücke" verwendet, was bei vielen Glauchauern auf Unverständnis stieß. Denn im Volksmund heißt es "Hirschgrundbrücke". Um Missverständnisse mit Behörden und Fördermittelgebern zu vermeiden, bleibt die Stadt auch während der Bauphase beim Namen "Hirschgrabenbrücke". (sto)

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