An Voigtlaide ist der Graf schuld

Kreisgeschichte(n): Woher Westsachsens Städte und Dörfer ihre Namen haben. Teil 45: Voigtlaide

Voigtlaide.

Im Gegensatz zu anderen Glauchauer Ortsteilen wie Jerisau oder Gesau ist Voigtlaide ein recht junges Dorf - 1628 erstmals als "Voitsleiden" im Kirchenbuch Glauchau erwähnt, wie der bekannte Heimatforscher Fritz Resch (1879 bis 1956) herausgefunden hat. Ein gewisser Erasmin Schmieder wird darin als Taufpate aufgeführt. Der Ortsname hat etwas mit den Grafen von Schönburg zu tun, genauer gesagt mit Otto Ernst von Schönburg Hinterglauchau (1681 bis 1746). "Ort an des Vogtes Abhang" bedeutet der Name. Die spätere Namensform "Voigt" bezog sich laut Resch offenbar auf den Grafen von Schönburg-Hinterglauchau. Dessen Verdienst bestand nun darin, dass er etwa ab 1725 das heutige Voigtlaide planmäßig besiedeln ließ.

Diese Erkenntnisse sind jener Gruppe zu verdanken, die anlässlich des 750-jährigen Bestehens von Wernsdorf - Voigtlaide wurde in den Ort 1973 eingemeindet - eine umfassende Chronik erarbeitet und herausgebracht hat. Das ist nun mittlerweile mehr als zehn Jahre her, sagt die Vorsitzende des kurz darauf gegründeten Heimatvereins, Elke Gudrun Heber. Und Günter Schwager, einer aus der Gruppe, hatte sich intensiv mit seinem Heimatdorf Voigtlaide beschäftigt.


Seit Anfang des 17. Jahrhunderts befand sich Schwager zufolge auf dem Höhenrücken der jetzigen Voigtlaide ein Vorwerk, quasi am damaligen Verbindungsweg zwischen Glauchau und Lichtenstein.

Es entstanden auf dem Rodungsgebiet des Rümpfwaldes kleine Häuser, die allerdings 1718 abbrannten. Graf Otto Ernst beschloss, 1725 das Dorf wieder aufzubauen. Interessant ist dabei die Methode, Leute dazu zu bringen, sich am Waldrand anzusiedeln. "Die Bauplätze erhielten die Bewerber vom Grafen geschenkt", schreibt Schwager in der Chronik. Allerdings mussten sie sofort Wohnhäuser auf den Parzellen errichten und für jedes Grundstück Erbzins an den Grafen zahlen. Die ersten beiden Jahre jedoch waren zinsfrei. Ein weiterer Anreiz: Die Hausbauer wurden davon befreit, Militär einzuquartieren. Diese Zusicherung war für die Bewohner der damaligen Zeit sehr wertvoll, schreibt Günter Schwager. Die Besiedlung dieser so genannten "neuen" Voigtlaide dauerte bis etwa 1790. Um 1804 gab es 27 Häuser.

Es gibt aber noch eine zweite Theorie der Namensgebung. Mündlich überliefert ist, dass in Voigtlaide ein Voigt lebte und sich dort eine herrschaftliche Schäferei befand. Voigt ist die alte Bezeichnung für jemanden, der etwas verwaltet. "Laide" oder "Lehde" ist die Bezeichnung für ein wüst liegendes Land. Günter Schwager geht davon aus, dass die Deutung des Ortsnamens auf die Erkenntnisse von Fritz Resch zurückgeht: Also: Das Wirken von Otto Ernst Graf von Schönburg führte zu dem Namen.

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