Arbeitsamt: Entscheidung steht noch aus

Nach dem Bekanntwerden der Pläne, die Glauchauer Geschäftsstelle der Arbeitsagentur zu schießen, äußerst sich erstmals die Agentur selbst. Wie es weitergeht, ist aber noch immer nicht klar.

Glauchau.

Eine Lösung für die Glauchauer Geschäftsstelle der Bundesagentur für Arbeit gibt es noch nicht. Nachdem bekannt geworden war, dass die Einrichtung an der Hoffnung 63 in Glauchau möglicherweise geschlossen wird, hatte sich Widerstand geregt. Nun hat sich auch erstmals die Bundesagentur für Arbeit zur Zukunft in Glauchau geäußert. Allerdings steht nach den Worten des Zwickauer Geschäftsführers Andreas Fleischer noch nicht fest, wie es in Glauchau weitergehen soll. Das Thema werde zur nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses der Zwickauer Agentur behandelt, das Verfahren sei noch offen, und auch der Zeitpunkt einer Beschlussfassung über die Glauchauer Geschäftsstelle müsse noch festgelegt werden. Fakt sei aber, dass die Änderungen frühestens im April 2020 eintreten werden.

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Arbeitsagentur verlässt Glauchau ganz und die bisherigen Leistungen werden zum Beispiel in der Hohenstein-Ernstthaler Geschäftsstelle angeboten, oder es wird an anderer Stelle in Glauchau eine Fläche angemietet. Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) hatte den Ratshof der Stadt bereits ins Gespräch gebracht. "Eine Außenstelle mit regelmäßigen Öffnungszeiten wäre für uns in Ordnung", sagt Dresler.

Doch warum steht die Glauchauer Geschäftsstelle überhaupt zur Diskussion? Das hat mit der Struktur der Arbeitsagentur und der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen zu tun. Nach den Worten von Geschäftsführer Fleischer sank die Zahl der Arbeitslosen aus Glauchau, Meerane, Schönberg, Oberwiera, Remse und Waldenburg, die in der Glauchauer Agentur betreut werden, von 848 im Januar 2014 auf jetzt 390. Das sei ein Rückgang von 54Prozent. Allein in der Stadt Meerane habe der Rückgang sogar bei 57,5 Prozent gelegen.

Die Dennheritzer, die früher in Glauchau betreut wurden, gehören zudem seit 2016 zur Hauptagentur Zwickau. Darüber hinaus werden alle betroffenen Arbeitslosen unter 27Jahren in der Hohenstein-Ernstthaler Geschäftsstelle betreut, das gelte auch für Neukundenzugänge und nicht terminierte Vorsprachen, zum Beispiel bei der Arbeitslosmeldung. Arbeitslose der beruflichen Rehabilitation werden in der Zwickauer Hauptstelle betreut, die demnächst umzieht.

Der Personalausstattung für die persönliche Beratung der Kunden müsse angepasst werden, die Organisation werde häufig von Ausfällen durcheinander gebracht, sagt Fleischer. In Glauchau seien drei Mitarbeiter tätig, die zweieinhalb Vollzeitstellen besetzen. Wenn dort jemand krankheitsbedingt oder wegen Urlaubs ausfällt, müssen Mitarbeiter aus anderen Geschäftsstellen einspringen. Die Kosten für Miete, Stellplatz, Sicherheitsdienst und Reinigungsleisten liegen pro Jahr in einem hohen fünfstelligen Bereich, sagt Fleischer. Die Betreuung der Arbeitgeber, die ja auch Aufgabe der Arbeitsagentur sei, erfolge in den meisten Fällen in den Betrieben selbst. Dafür gebe es in der Geschäftsstelle Hohenstein-Ernstthal Mitarbeiter. Die Agentur unterliege der Verpflichtung, sparsam und wirtschaftlich mit dem Geld umzugehen. All das habe dazu geführt, die Glauchauer Geschäftsstelle auf den Prüfstand zu stellen. Die Anpassungen an die Organisationsstruktur der Arbeitsagentur sei ein laufender Prozess.

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