Aus Schandfleck werden schmucke Häuser

Am Westfalenweg in Glauchau geben sich zurzeit die Bauleute die Klinke in die Hand. In dem fast 80 Jahre alten, denkmalgeschützten Gebäudekomplex entsteht attraktiver Wohnraum.

Glauchau.

An einem Teil der Häuserzeile Westfalenweg 10 bis 22 in Glauchau sind die Gerüste bereits gefallen. Beigefarbene Fassade, Balkontüren zur Gartenseite, ein ausgebautes Dachgeschoss mit Loggien ... - es lässt sich schon erahnen, wie der denkmalgeschützte Komplex nach der grundhaften Sanierung und der Modernisierung einmal aussehen wird.

Investor German Real Estate vier GmbH & Co KG aus Bayreuth steckt etwa 6 Millionen Euro in das Objekt an der Ecke Sachsenallee/Zwickauer Straße (B 175). In der Häuserzeile, die lange Zeit leer stand und zusehends verfiel, entstehen derzeit 46Eigentumswohnungen, die eine Gesamtfläche von gut 3000 Quadratmetern haben und zwischen 45sowie 81 Quadratmeter groß sein werden. Alle bekommen Balkone beziehungsweise im Dachgeschoss Loggien. Und alle sind bereits als Eigentumswohnungen, die künftig vermietet werden sollen, verkauft worden, sagt Andreas Glatzel, Geschäftsführer der Opti-Projekt GmbH Glauchau. Das Unternehmen zeichnet als Generalunternehmer für die Bauarbeiten verantwortlich. Das Interesse an den Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen sei groß. Obwohl der Einzug im ersten Bauabschnitt erst für Februar kommenden Jahres und im zweiten für Ende 2019 geplant ist, gebe es bereits für etwa 85 Prozent der Wohnungen Mieter, sagt Kerstin Sahr von der Firma Sahr Immobilien GmbH Glauchau. Die Kaltmiete werde zwischen 5,50 und 6,50Euro pro Quadratmeter liegen.

Eigentlich war vorgesehen, dass die Häuserzeile bereits jetzt im August fertiggestellt ist und bezogen werden kann. Doch es hat Verzögerungen im Bauablauf gegeben, weil der Geschäftsführer der Firma, die die Rohbauarbeiten erledigen sollte, tödlich verunglückte und das Unternehmen daraufhin in Insolvenz gegangen ist. Bei der derzeit angespannten Lage im Wohnungsbau sei es gar nicht so einfach gewesen, schnell Ersatz zu bekommen. "Aber jetzt läuft es gut", schätzt Bauleiter Sören Bauer von Opti-Projekt ein. Bisher habe es bei der Sanierung der 1939 erbauten, unter Denkmalschutz stehenden Mehrfamilienhäuser keine bösen Überraschungen gegeben.

Zurzeit sind gleich mehrere Gewerke von Dachdeckern über Maurer, Putzer und Klempner bis hin zu Elektrikern gleichzeitig auf der großen Baustelle tätig, gehen die Ausbau- und Sanierungsarbeiten gut voran. Geschäftsführer Andreas Glatzel berichtet, dass die Klinker im Bereich der Eingangstüren und dem Keller aufgearbeitet und neu verfugt werden. Die neuen Balkonanlagen werden als feuerverzinkte, farbbeschichtete Stahlkonstruktionen angebaut. Die ehemaligen Waschhäuser im Keller werden als Fahrradräume umfunktioniert, da alle Bäder über Waschmaschinenanschlüsse verfügen werden.

Andreas Glatzel sagt, dass die B175 in unmittelbarer Nähe, die vierspurig ausgebaut werden soll, kein Problem darstelle. "Sie wird hinter einer begrünten Schallschutzwand verschwinden", erläutert er. Auf der anderen Seite der Häuserzeile werde ein großzügiger Garten mit Spielplätzen und Grillflächen sowie viel Grün angelegt.


Leben im Denkmal

Die Gebäude am Westfalenweg in Glauchau waren im Jahr 1939 gebaut worden und stehen unter Denkmalschutz. Das hat Konsequenzen für die zurzeit laufenden Sanierungsarbeiten, denn es gibt Auflagen der Denkmalbehörde. Die Außenwände des Gebäudes bleiben genauso unverändert wie die Treppenhäuser. Die Grundrisse der einzelnen Wohnungen werden neu gestaltet. Es entstehen modern ausgestattete Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen. (sto)

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