Bismarckturm bleibt ein teures Wahrzeichen

Die Planungen für die weitere Sanierung des weithin sichtbaren Denkmals am Rande von Glauchau laufen derzeit. Im Sommer soll der Fördermittelantrag abgegeben werden. Doch es gibt auch mahnende Stimmen.

Glauchau.

Dietmar Schindler vom Fremdenverkehrsverein "Schönburger Land" ist zufrieden. Um die 2700 Gäste haben in diesem Jahr den Glauchauer Bismarckturm während der wochenendlichen Öffnungszeiten besucht. Hinzu kommen zahlreiche Führungen, die extra gebucht wurden, vor allem von Vereinen. 415 Gäste registrierten Schindler und seine Mitstreiter dabei. "Das Überraschende für uns war, dass es viele Besucher aus den umliegenden Städten gab, etwa aus Zwickau, Hohenstein-Ernstthal und Lichtenstein", sagte er.

Dass die Resonanz nach fünfjähriger Schließzeit so groß werden würde, habe sich bereits nach den ersten Öffnungen des Turms im Frühjahr angedeutet. Das Glauchauer Wahrzeichen war im Winter 2014 aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Stadt und Bund stecken um die 230.000 Euro in den ersten Bauabschnitt mit der Sanierung der Aussichtsplattform. Demnächst soll die zweite Etappe folgen.

Wie die Stadt Glauchau auf Anfrage der "Freien Presse" mitteilte, sind in diesem Abschnitt unter anderem die Fertigstellung der Rotunde und die Sanierung der Ebene IV geplant. Das ist der Bereich des ehemaligen Wasserhochbehälters. Er soll perspektivisch zugänglich gemacht werden, etwa als Ausstellungsfläche zum Thema "Wasser". Darüber hinaus ist vorgesehen, nach Möglichkeit im Erdgeschoss ein Behinderten-WC zu installieren. Hinzu komme die komplette Erneuerung der Elektroinstallation.

Allerdings gibt es auch mahnende Stimmen zu dem Projekt. So warnte CDU-Stadtrat Andreas Winkler vor den Folgekosten. "Das Ganze muss sich ja am Ende irgendwie rechnen", sagte er. Wenn man den Bismarckturm für viel Geld weiter sanieren wolle, dann brauche die Stadt ein Marketingkonzept, das die touristischen Anziehungspunkte wie Schloss, Stausee, Innenstadt und Bismarckturm miteinander verbindet. "Dazu gehören auch die gastronomischen Einrichtungen sowie Verbindungswege samt Ausschilderung", erklärte Winkler. "Die Frage ist, wer sich im Rathaus darum kümmert."

Während der Sitzung des Technischen Ausschusses am Montag dieser Woche hatte der CDU-Stadtrat nach dem aktuellen Stand der Dinge am Bismarckturm gefragt. Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen im Rathaus, sagte, dass im Sommer 2020 der Fördermittelantrag für den zweiten Bauabschnitt eingereicht werden soll. Bis dahin seien noch zahlreiche Abstimmungen mit dem Abwasserentsorger WAD, dem Trinkwasserzweckverband und den Stadtwerken Glauchau erforderlich. Diese seien nötig, um die Planungen weiterzuführen. Wenn die Entwürfe vorliegen und die Kosten einigermaßen klar sind, soll laut Stadtverwaltung nochmals geprüft werden, was sich im zweiten Bauabschnitt umsetzen lässt. Denn Mittel im Glauchauer Haushalt stünden nur begrenzt zur Verfügung. Verteilt auf die nächsten vier Jahre sind es laut mittelfristiger Finanzplanung um die 700.000 Euro, die für den Bismarckturm vorgesehen sind.

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