Ein finsterer Mond und helle Lampen

Die Freunde der Sternwarte in Oberplanitz können weit in die Vergangenheit schauen. Aber das hängt immer vom Wetter ab.

Zwickau.

Montagmorgen kurz vor halb sieben: Für die meisten ist das keine gute Zeit. Menschen wie Monika Müller jedoch können es kaum erwarten - zumindest, wenn es um Montag, 21. Januar, geht. An diesem Morgen ist eine totale Mondfinsternis am Himmel zu sehen. Jedenfalls dann, wenn es nicht bewölkt ist.

Monika Müller - Lehrerin für Mathematik, Physik und Astronomie - ist im vergangenen Jahr in Rente gegangen, nicht aber in den Ruhestand. Nachdem Dietrich Steps nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben war, übernahm sie die Geschicke der Sternwarte in Oberplanitz. In einem kleinen Verein mit einem reichlichen Dutzend Mitgliedern gestaltet sie ein Programm, das auch in diesem Jahr den Zwickauern die Sterne wieder näher bringt.

Der Blick in die Zukunft enthüllt nicht nur die anstehende Mondfinsternis. Im März beteiligt sich der Verein wieder am deutschlandweiten Tag der Astronomie mit einer Reihe von Vorträgen, dazu organisiert er mehrere Beobachtungsabende. Während Vorträge oder Programme im Planetarium immer sehens- und hörenswert sind, kann ein Beobachtungsabend auch zur Enttäuschung werden. Denn selbst das stärkste Teleskop kann nicht nur irdische Wolken schauen.

Das stärkste Teleskop in Planitz hat einen Spiegeldurchmesser von gut 35 Zentimetern. Man denkt, man blickt damit hinauf - aber in Wahrheit blickt man damit weit zurück. "Bis zur Andromeda kann man mit bloßem Auge sehen", sagt Monika Müller über die Galaxie, deren Licht etwa zweieinhalb Millionen Jahre bis zur Erde braucht. Der Blick ins Teleskop erlaubt noch viel weitere Reisen in die Vergangenheit. Daneben besitzt die Einrichtung weitere Geräte zur Beobachtung von Sternen und speziell unseres Sterns, der Sonne. Das nutzen nicht nur erwachsene Besucher. "Vor allem Grundschulen und Gymnasien sind immer wieder bei uns zu Gast. Die Oberschulen vermisse ich ein bisschen", sagt Monika Müller.

Anders als in vielen anderen Einrichtungen bieten die Planitzer ausschließlich selbst produzierte Programme im Planetarium an. Der Grund: Das Vorführgerät ist fast schon historisch, die Programme werden darauf abgestimmt. Übrigens kann man nur im Planetarium einen Eindruck davon bekommen, wie viel Sternlein im Himmelszelt stehen. Zwickau ist - wie alle Städte - zu hell für Himmelsbeobachter. Monika Müller hofft deswegen noch immer, dass es einmal neue Lampen in der Stadt gibt: solche, die ihr Licht nur nach unten abstrahlen.

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