Glauchauer Beton-Kanu besteht Feuertaufe

Studenten der Berufsakademie ließen ihr erstes Boot für die große Regatta im Juni probehalber zu Wasser. Doch der richtige Härtetest kommt noch.

Glauchau.

Kevin Brade und Benjamin Hoffmann sind die ersten gewesen, die "Baracus" einem ersten Härtetest unterzogen haben. Das Betonkanu, das die Bauingenieur-Studenten der Glauchauer Berufsakademie (BA) konstruiert und gebaut haben, hat am Samstag auf dem Stausee seine Feuertaufe bestanden. Der Stapellauf vor Freunden und Partnern verlief erfolgreich. Jetzt fehlt nur noch der Anstrich, und das schwimmende Betonkanu ist endgültig fertig. Es wird mit dem baugleichen Schwesternboot "Face" an der diesjährigen Betonkanu-Regatta in Köln teilnehmen. Die Namen beider Boote sind angelehnt an zwei der insgesamt vier Hauptfiguren der legendären US-Fernsehserie "A-Team". Da ist es auch kein Wunder, dass die elf Glauchauer, die an beiden Booten mitgearbeitet haben, am 9. und 10. Juni in Köln als "BA-Team" antreten werden. An dieser Betonkanu-Regatta, die alle zwei Jahre stattfindet, nehmen Bau-Studenten verschiedener Universitäten und Hochschulen teil. Dieses Jahr zeichnet sich mit bislang mehr als 50 gemeldeten Teams eine Rekordbeteiligung am Fühlinger See in Köln ab. Die Glauchauer sind nach 2011 - damals fand die Regatta in Magdeburg statt - das zweite Mal dabei. Der Ausgang ist freilich offen. Aber ohnehin steht der Spaß im Mittelpunkt.

Doch vor dem Spaß kam die harte Arbeit. "Weit mehr als 100 Stunden sind zusammengekommen, und das alles außerhalb der regulären Studienzeit, also in der Freizeit", sagt Andreas Pöllath, einer der Studenten. Nicht selten arbeiteten die jungen Leute bis in die späte Nacht im Labor, um ihr ehrgeiziges Projekt umzusetzen. Vor allem die Holzkonstruktion der Schalung habe enorm viel Arbeit gekostet. Im Labor tüftelten die angehenden Bauingenieure aber nicht nur an der Form ihrer künftigen Boote, sondern auch an der Betonmischung und der dazugehörige Bewehrung. Denn so ein schwimmfähiges Monstrum sollte möglichst leicht, aber vor allem auch stabil sein, wenn es bei schneller Fahrt im Wasser manövrieren soll. Genau nachgemessen haben die Studenten bislang nicht, aber "Baracus" dürfte laut Andreas Pöllath so zwischen 150 und 200 Kilogramm wiegen. "Face" dagegen sei leichter, so um die 90 Kilo. Letzteres Kanu steht noch nicht ganz fertig im Laborgebäude der Staatlichen Studienakademie. Vor der großen Regatta in Köln werden die jungen Leute kaum noch die Möglichkeit haben, dieses Boot auch einem ersten Test auf dem Stausee zu unterziehen. Es wird wohl erst am zweiten Juni-Wochenende mit dem Wasser in Berührung kommen. Da es aber baugleich ist, werden keine großen Probleme erwartet.


"Ohne finanzielle Unterstützung hätten wir das nie geschafft", sagt Andreas Pöllath. Die Hersteller hätten das Material kostenlos zur Verfügung gestellt. Und auch der Förderverein der Berufsakademie half finanziell. Tristan Schumann, ehemaliger Student, hat heute eine Baufirma in Chemnitz. Er gehörte zu den Erbauern des ersten Glauchauer Betonkanus und unterstützte nun das Vorhaben seiner Nachfolger. Alles in allem liegt der Wert der beiden Boote bei 2500 bis 3000 Euro.

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