Immer mehr Autos bekommen einen Kosenamen

Ob Sie es glauben oder nicht. Heute ist Feiertag. Er heißt Gib-deinem-Auto-einen-Namen-Tag und kommt aus Amerika. Aber auch in unserer Region pflegen viele diese kuriose Tradition.

Hohenstein-Ernstthal.

Braucht ein Auto tatsächlich einen Namen? Klar doch! Ein Auto ohne Namen ist doch nur eine seelenlose Blechkiste auf Rädern. Sagen zumindest die Verfechter des National Name Your Car Day. Zu gut Deutsch: Gib-deinem-Auto-einen-Namen-Tag. Dieser kuriose Feiertag ist genau heute. Immer am 2. Oktober sollen alle Autobesitzer in den USA dazu animiert werden, ihrem Auto einen Namen zu verpassen. Was so schräg klingt, ist gar nicht so eine abgefahrene Kiste. Und erst Recht keine US-amerikanische Erfindung. Auch hierzulande bekommen Autos Namen. Und das immer öfter.

Der himmelblaue Trabant von Udo Struutz in "Go Trabi go" hieß bekanntlich "Schorsch". Aber auch das "brüllende Zebra" ist bekannt wie ein bunter Hund. Ruben Zeltner, zweifacher deutscher Rallyemeister und Chef des Verkehrssicherheitszentrums "Am Sachsenring" hat seinem Rallye-Porsche 996 GT3 diesen Namen verpasst. Logisch - wegen der schwarz-weiß-gestreiften Karosse. Und das "Brüllende" kommt aus dem Auspuff. Denn wenn der Sechszylinder mit vier Litern Hubraum seinen mehr als 400 Pferdchen die Sporen gibt, dann brüllt es aus der Hecktüte wie ein Löwe über die Savanne. Passt also.

Die Gründe, warum Autohalter ihrem Blechschätzchen einen bestimmten Namen geben, sind völlig verschieden. Der Audi A5 von Astrid Peiker, Chefin der Glückauf-Brauerei in Gersdorf, heißt beispielsweise Daniel Craig wie der aktuelle James Bond-Darsteller. "Das Auto ist sportlich, außerdem fährt es Agent 007 im Film Spectre. Der fährt es dort allerdings zu Klump, das will ich natürlich nicht", sagt sie mit einem Schmunzeln.

Siegfried Otto Hüttengrund, der Künstler aus Hohenstein-Ernstthal, fährt einen VW Passat. "Ich habe zwar noch nie daran gedacht, ihm einen Namen zu geben. Aber wenn man länger darüber nachdenkt, kann das zur Philosophie ausarten. Vermutlich würde ich ihn Hermann nennen. Es ist ja ein deutsches Auto, solide und zuverlässig. Bis jetzt hat er mich noch nie im Stich gelassen."

Bürgerpolizist Eckhard Heim fährt privat einen VW Touran. "Ich habe ihm auch noch keinen Namen gegeben. Aber wenn er seine Arbeit zur Zufriedenheit erledigt und mich sicher ans Ziel gebracht hat, nenne ich das Auto: meine Gute", sagt er. Kristin Heinrich, Sprecherin des AMC Sachsenring, feiert noch in diesem Jahr den zehnten Geburtstag ihres Autos, ein knallroter Hyundai Getz. Er heißt Kimi, benannt nach dem Formel-1-Rennfahrer Kimi Räikkönen. "Selbstverständlich muss ein Auto einen Namen bekommen. Ich rede ja auch mit meinem Auto. Als ich mal von Berlin praktisch auf zweieinhalb Zündkerzen nach Hause gefahren bin, habe ich immer gesagt. Komm, sei lieb, du schaffst das." Und Kimi hat es ihr gedankt.

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