Ist die Brücke zu tief geraten?

Im kommenden Jahr wird Glauchaus Millionenprojekt, die Hirschgrundbrücke, fertiggestellt. Doch es läuft nicht ohne Probleme.

Glauchau.

Der Abriss und der originalgetreue Wiederaufbau der Hirschgrundbrücke in Glauchau sind von Beginn an von Problemen begleitet. Zunächst gab es eine Diskussion darüber, ob das Bauwerk nun Hirschgrundbrücke oder, wie von der Stadt im Zuge der Baumaßnahme genannt, Hirschgrabenbrücke heißt. Kompromiss: Letztere Bezeichnung wird seitens der Stadt nur im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben verwendet, ansonsten heißt die Brücke Hirschgrundbrücke, so wie der Hirschgrund, den die überspannt und die Hirschgrundstraße. Ein nächstes Problem trat auf, als noch vor Beginn der Arbeiten die Vergabe des Bauauftrags gestoppt werden musste, weil sich einer der Bieter, die nicht zum Zuge gekommen waren, beschwert hatte. Das Prozedere musste wiederholt werden.

Jetzt soll die neue Brücke, die kurz vor der Fertigstellung ist, zu tief geraten sein. Das zumindest sagen Passanten, die regelmäßig an der Baustelle vorübergehen und sich über den augenscheinlichen Höhenunterschied von Brücke und Schlossparkweg wundern. Ist die etwa 1,6 Millionen Euro teure Fußgängerbrücke zwischen dem Schloss und dem Schlosspark wirklich zu tief? Die Stadt als Bauherrin sagt nein. "Es mag optisch so erscheinen, dass die Brücke tiefer liegt. Dem ist jedoch nicht so", teilt die Stadt Glauchau auf Anfrage mit. Im Zuge der Fertigstellung würden noch mal etwa 20 Zentimeter hinzukommen. Und weiter: "Die neue Brücke liegt exakt auf der Höhengradiente der alten Brücke". Auch die alte Brücke hätte nachweislich einen Höhenversatz zur Schlossparkseite aufgewiesen. Wenn im Schlosspark der Weg vom Heinrichshof zum Schloss neu gebaut wird, sollen im Bereich der Brücke die notwendigen Höhenpassungen realisiert werden, um barrierefreien Zugang zur Schloss-Seite zu bekommen. Doch diese Arbeiten sollen im kommenden Jahr über die Bühne gehen. Ende November soll sich der Stadtrat mit dem sogenannten Baubeschluss fassen. Darin ist festgelegt, wie der neue Weg mal aussehen soll.

Wann die Brücke fertig sein wird, steht noch nicht genau fest. Laut Stadt hänge dies von der Witterung ab. Ziel sei es, im zweiten Quartal 2020 die Arbeiten abgeschlossen zu haben. Derzeit werde auch an der Natursteinverblendung gearbeitet, die bis Ende November vorgesehen sei. Es fehlen noch der Aufbau des Geh- und Radweges über die Brücke, das Geländer, die Entwässerungsrinne und Brückenwartungstreppe und die Geländeanpassungen.

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