Meerane hat sein eigenes Parfum: "Steile Wand" riecht nach Jasmin, Mandarine und Patschuli

Die Stadt will in Kürze ihren eigenen Duft vorstellen. Dabei kommt die Idee nicht allein aus dem Rathaus.

Meerane.

Nach den Weltstädten New York, Paris, Hamburg und Berlin hat nun auch die westsächsische Stadt Meerane ihr eigenes Parfüm. "Steile Wand" heißt das Duftwasser.

Stellt sich die Frage: Wie riecht Meerane? "Nach Mandarine, Jasmin und Patschuli aus einem Sortiment von knapp 300 Essenzen", sagt Jens E. Reißmann, Geschäftsführer der ortsansässigen Duftmanufaktur Reima Airconcept. Dem Senior-Parfümeur zufolge ist ein Unisex-Parfüm herausgekommen, das sowohl für Frauen als auch Männer interessant sein dürfte. "Denn die Tendenz gehe mehr zu sportlich, männlich", so der 64-Jährige, der zusammen mit Hendrik R. Herrbach, kaufmännischer Leiter und ebenso Geschäftsführer, an der Spitze der weltweit agierenden Firma steht.

Voraussichtlich Ende November will die Kommune als Auftraggeber des bisher einmaligen Projektes die "Steile Wand" offiziell vorstellen. Fest steht: Flakon und auch die Verpackung mit dem Schwarz-Weiß-Bild der wohl bekanntesten Straße Westsachsens sind ausgewählt. Wie Firmenchef Herrbach sagte, sollen die 1100 Flakons von einer in Köln ansässigen Duftfirma konfektioniert werden. Darauf wartet auch Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) schon ganz ungeduldig: "Wir waren von der Idee von Herrn Reißmann sofort begeistert", erinnert sich der Bürgermeister. "Die Auswahl des Parfüms erfolgte durch unsere Mitarbeiter der Stadtverwaltung während einer Duft-Runde", sagt Ungerer. So soll das Parfüm über die Stadtverwaltung verkauft werden. Es soll aber auch als Geschenk für besondere Gäste verwendet werden.

Am Standort im Gewerbegebiet zählt die Firma derzeit 25 Mitarbeiter. Weltweit kommen 400Beschäftige hinzu, die über Tochter- und Partnerfirmen für das Duft-Unternehmen tätig sind. Nach Angaben von Geschäftsführer Herrbach erwirtschaftet die Firma jährlich einen Umsatz von 2 Millionen Euro - Tendenz steigend. Begründet wird das vor allem mit der anhaltend starken Nachfrage. "Wir haben knapp 60.000 Kunden in 80 Ländern", sagt der 39-Jährige. So seien die Düfte aus Meerane vor allem in Europa und dort besonders in Skandinavien gefragt. Aber auch die Schweizer und Italiener schwören auf die westsächsischen Düfte. Damit nicht genug: Stark vertreten ist die Firma Reima auch auf dem arabische Markt: vor allem in Dubai, Kuwait und Katar. "Dort geben die Männer viel Geld für Parfüm aus, um damit ihre Frauen zu beschenken", sagt Herrbach. Nicht nur das: In den arabischen Einkaufstempeln seien fünf bis zehn Prozent der Geschäfte Parfümerien - mit bis zu 400 Duftstoffen. Essenzen sorgen auch für frische Büroluft, beruhigen Fluggäste, nehmen Zahnarzt-Patienten die Angst.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Senior-Parfümeur einen Ausflug in die Welt der Städte-Parfüms machte. 2010 kreierte er für Zwickau eine Essenz zum 200. Geburtstag von Robert Schumann.

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