Meerane: Weihnachten am Teichplatz abgesagt

Bürgermeister Ungerer: Hygienekonzept lässt sich nicht umsetzen

Meerane.

Die Stadt Meerane sagt den Weihnachtsmarkt am Teichplatz und Neujahrsempfang ab. An der traditionellen Weihnachtsausstellung im Heimatmuseum wird aber festgehalten. Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) begründete den Schritt während der Sitzung des Stadtrates am Dienstagabend mit den steigenden Coronafällen und der Allgemeinverfügung des Landratsamtes. Die Anzahl der Neuinfektionen lag in den vergangenen sieben Tagen (12. Oktober mit 39 Neuinfektionen) über 35 - bezogen auf 100.000 Einwohner. Spätestens bei diesem Wert müsse das Gesundheitsamt des Kreises erste Maßnahmen ergreifen, die der Eindämmung des Infektionsgeschehens dienen.

"Normalität um jeden Preis ist mit mir nicht zu machen", so Ungerer, der die in der Verordnung des Kreises gemachten Auflagen für das Hygienekonzept für nicht umsetzbar sieht: Kontaktbeschränkung, Maskenpflicht, Obergrenze der Besucher, Kontakt-Nachverfolgung, Desinfektionsmöglichkeiten, räumliche Begrenzung, Auflagen für Speisen- und Getränkeverbot. "Die Auflagen sind praktisch nicht umsetzbar", so der Bürgermeister, der moniert, dass "die Landesebene die heikle Botschaft einer Absage anderen überlässt". Gleichwohl denkt die Stadt über eine Alternative zum traditionellen Weihnachtsmarkt nach. So seien bereits Händler und Gastronomen bereit, Adventshütten vor ihren Geschäften aufzustellen.

Gleichwohl lobte er das Gesundheitsamt des Kreises, das bei den Schulschließungen (Grund- und Oberschule sowie Gymnasium der Saxony International School) in der Stadt "gute Arbeit" geleistet hat. Allein die Testverfahren und Rückverfolgungen seien enorm gewesen. (jwa)

11 Kommentare
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  • 1
    0
    Barthi
    17.10.2020

    Die Idee, kleine Verkaufshütten vor Geschäften aufzustellen, erscheint mir als gute Alternative zum Weihnachtsmarkt. Sicher muss dafür der jeweilige Standort geeignet sein. Ich würde mir dies über die gesamte Adventszeit wünschen, das Gedränge auf dem, zweifelsohne attraktiven Teichplatz, war in den letzten Jahren, auch ohne Corona (aber mit Influenza ) schon nervig. Für die Händler und vor allem Getränke- und Imbissanbieter natürlich prima.
    Vielleicht gelingt es uns, Händlern UND BESUCHERN, aus der Not eine Tugend zu machen und durch räumliche und zeitliche Entzerrung die Stadt zur Weihnachtszeit zu beleben.