Meeraner Brache wird jetzt grün

Mit dem Abriss der alten Kammgarnspinnerei ist ein weiterer Schandfleck verschwunden. Ab September werden Bäume gepflanzt.

Meerane.

Nach dem Mammut-Abriss der ehemaligen Kammgarnspinnerei in Meerane soll in den nächsten Monaten das 3,9 Hektar große Gelände renaturiert werden. Die Stadträte haben sich während der jüngsten Sitzung auf die Firma Grünland im Bernsdorfer Ortsteil Hermsdorf geeinigt. Die Kosten belaufen auf rund 155.000 Euro.

"Damit bleibt der Auftrag in der Region", sagte Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos). Das Unternehmen habe schon mehrere Aufträge für die Kommune erledigt, wobei die Verwaltung mit den Ergebnissen bisher immer zufrieden gewesen sei. Wie in dem Zusammenhang Birgit Jantsch, Dezernentin Bauwesen und Umwelt, sagte, hatten zehn Unternehmen die Ausschreibungsunterlagen angefordert, letztlich gaben sieben ein Angebot ab. Der Rathausmitarbeiterin zufolge sollen die Arbeiten Anfang September beginnen. Geplant sind 40 Baumpflanzungen. Ebenso sollen Hecken, Wege und Sitzgelegenheiten angelegt werden. Es besteht nach wie vor das Ziel, das Areal als Erweiterung des angrenzenden Meerchenwaldes zu entwickeln.

Damit nicht genug: Auf der Fläche parallel zur Gerberstraße, auf der sich die Fabrikantenvilla und das alte Rechenzentrum befinden, gilt der Bebauungsplan "Am Meerchenwald". Nach den Vorstellungen der Verwaltung könnten auf diesem Areal acht Eigenheime entstehen. Die Fabrikantenvilla soll erhalten bleiben, das Rechenzentrum abgerissen werden. Bürgermeister Ungerer gab sich optimistisch, dass der private Investor das Projekt in die Tat umsetzt.

Zuvor hatte das beauftragte Unternehmen 18 Gebäude abgerissen. Danach sprengten Experten den gut 45 Meter hohen Schornstein. Das Ereignis hatte Ende Mai mehrere hunderte Schaulustige angelockt, zudem mussten die angrenzende Plätze und Straßen aus Sicherheitsgründen für den Verkehr gespeert werden. Der Verwaltung war es zudem gelungen, vor den Abrissarbeiten 200 Ordner aus dem Archiv der einstigen Kammgarnspinnerei zu sichern. Bis Juli 1990 wurden dort Zwirne und Garne hergestellt. Für den Abriss und die Renaturierung stehen 1,98 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei fließen auch Fördermittel aus dem Programm "Integrierte Brachenentwicklung", die von der Europäischen Union und dem Freistaat beigesteuert werden.

Den Auftrag für den Mammut-Abriss hatten die Stadträte im November vergangenen Jahres vergeben. Laut Jens Schumann vom Ingenieurbüro GUB, das das aufwendige Ausschreibungsverfahren der Stadt fachlich begleitete, hatten 27 Unternehmen die Ausschreibungsunterlagen abgefordert. Letztlich gaben nur 17 Firmen ihre Angebote ab. Rathauschef Ungerer hatte immer wieder von einem "gewaltigen Projekt" gesprochen.

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