Meeraner Stadtwerke verlegen Kabel fürs Turbo-Internet

Die Mehrheit des Stadtrats hat den Sieger des Bieterverfahrens für den Breitbandausbau bestätigt. Damit unterhält der Energieversorger künftig ein eigenes Glasfasernetz. Nun fehlt nur noch der endgültige Förderbescheid.

Meerane.

Das Ziel ist längst abgesteckt: Bis spätestens Ende 2020 sollen alle Haushalte, Firmen, aber auch alle Schulen, Verwaltungen und sämtliche Institutionen in der Stadt Meerane über Turbo-Internet verfügen. Den Hut für das Millionen-Projekt sollen die ortsansässigen Stadtwerke aufhaben.

Der Energieversorger, der seine Kunden mit Strom, Gas und Wärme versorgt, ist in der Kommune bereits bei der Baugebietserschließung aktiv. Mit dem am Dienstag vom Stadtrat gefällten Beschluss erweitert sich das Angebot um eine neue Dienstleistung: Der Energieversorger wird zum Telekommunikationsanbieter. Mit einer Gegenstimme und vier Enthaltungen bestätigte das Gremium den Favoriten des von der Verwaltung initiierten Bieterverfahrens zum Breitbandausbau.

Torsten Kleditzsch

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Wie Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) erklärt, ist der Vergabebeschluss die Voraussetzung dafür, dass die Fördermittel von 7,1 Millionen Euro fließen. Während Bund mit 50 und Sachsen mit 40 Prozent beteiligt sind, trägt die Stadt bisher zehn Prozent. Noch sei aber unklar, ob der Freistaat der Kommune die Kosten für den Breitbandausbau - immerhin 720.000 Euro - abnimmt. "Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage", stellt Ungerer klar, der sich bereits an den Landkreis gewandt hat. Sollte Sachsen nicht einspringen, will die Stadt das Geld in den Haushalt einstellen. Unabhängig davon rechnet die Stadt schon bald mit dem endgültigen Förderbescheid.

Dann könnte auch der Energieversorger loslegen. "Sobald die Fördergelder bestätigt sind, schließen wir einen Vertrag mit der Kommune", sagt Stadtwerke-Chef Uwe Nötzold. Er geht davon aus, dass die ersten Bagger im Oktober anrücken. Immerhin müssen 500 Kilometer Glasfaser und 150 Kilometer Leerrohre verlegt werden. Dafür muss die Erde auf einer Länge von 86 Kilometern aufgegraben werden. "Über die Baugebiete, Zeitpläne, Kosten und Produktangebote wird rechtzeitig informiert", so Nötzold. Es seien auch Versammlungen mit den Einwohnern geplant.


Kommentar: Schluss mit lahmem Internet

Wer heute aus den unterschiedlichsten Gründen umziehen muss, will zuerst wissen, wie schnell im neuen Zuhause das Internet ist. Daher ist der Weg der Stadt Meerane ohne den Kreis, dafür aber mit dem eigenen Energieversorger den Breitbandausbau anzugehen, richtig. Die Einwohner sind es leid, nur vertröstet zu werden. Kein Wunder: Denn wie die Stadtverwaltung ermittelt hat, sind mehr als 1808 Haushalte und 356Firmen in Meerane immer noch mit weniger als 16Megabit pro Sekunde im Internet unterwegs. Gleichwohl stellt der Ausbau für die Stadtwerke eine Herausforderung dar, darin sind sich alle Beteiligten einig. Entscheidend ist aber, dass die Stadtwerke vor Ort agieren. Sollten also Pannen oder Probleme auftreten, so dürften sich diese wohl rasch klären lassen. Es ist daher zu begrüßen, dass der Energieversorger noch vor Baubeginn nicht nur mit den Grundstücksbesitzern, sondern mit allen Einwohner reden will.

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