Neuer Pfarrer setzt auf Gemeinschaft

Das war mehr als ein formaler Akt: die Einführung von Pfarrer Sören Lange. Der Seelsorger setzt auf Beziehungen, er sprach am Sonntag über Liebe und Zusammenhalt.

Oberwiera.

Darüber musste selbst Jugendpfarrer Sören Lange, der zum 1. April als Pfarrer zur Kirchgemeinde Oberwiera-Schönberg wechselt, ein wenig schmunzeln. Obwohl seine feierliche Einführung in das Amt bereits am Sonntagnachmittag stattfand, wird der 51-Jährige erst am 31.März während des Jugendgottesdienstes in der Zwickauer Lutherkirche verabschiedet.

Zur Einführung von Lange am Sonntag waren viele Gläubige gekommen. Während des besonderen Gottesdienstes in der voll besetzten Oberwieraer Kirche sprach der Waldenburger Pfarrer Ulrich Becker, der in den vergangenen Monaten als Vertretung eingesprungen war, von "neuen Ideen, die entwickelt werden können". Und Ragnar Quass, Superintendent des Kirchenbezirks Glauchau-Rochlitz, wünschte Lange, dessen Ehefrau als Pfarrerin in Dennheritz beschäftigt ist, alles Gute. "Das ist eine Herausforderung für Eheleute", unterstrich Quaas, der in dem Zusammenhang auf die bevorstehende Umstrukturierung des Kirchenbezirks hinwies. Demnach sollen die Gemeinden des Kirchenbezirks Glauchau dem Kirchenbezirk Zwickau zugeordnet werden.


Nach der Verlesung aller Pflichten und Aufgaben bekannte der Seelsorger Lange vor der Gemeinde seinen Glauben und versprach, seine Tätigkeit in bestem Glauben und Wissen auszuführen. Auf die Frage, ob er für seine Aufgabe bereit sei, antwortete er mit: "Ja, mit Gottes Hilfe."

Lange sitzt indes noch auf gepackten Koffern. Und einzupacken gibt es ziemlich viel. Denn während der knapp acht Jahre, die der vierfache Familienvater als Jugendpfarrer tätig war, haben sich in seinem Büro an der Tonstraße jede Menge Bücher und Akten angesammelt. Die Umzugskartons füllen sich nach und nach. Von Umzugsstress will Lange aber nicht reden. "Das kriegen wir schon", sagt der Gottesmann, der nicht zum ersten Mal umzieht. Vor Zwickau hatte er unter anderem schon ein Pfarrstelle im erzgebirgischen Schlettau nahe Annaberg-Buchholz übernommen. Daher fällt es Lange nicht schwer, sich nun wieder auf ein anderes Klientel einzulassen. Als Jugendpfarrer sah er zuerst die speziellen Bedürfnisse der jungen Leute, auf die die weite Welt wartet, mit allem, was dazu gehört. So waren schon allein die monatlichen Gottesdienste anders und spezieller eben. "Mit einer Jugendband zum Beispiel, da haben sich viele Ehrenamtliche eingebracht", erzählt Lange. So verwundert es nicht, dass das Jugendpfarramt sogar einen eigenen Youtube-Kanal hat, wo die eine oder andere Predigt von Lange nochmals miterlebt werden kann. So wie er sich mit den jungen Leuten immer gut verstanden hat und in den vergangenen Jahren ein entsprechendes Netzwerk aufbauen konnte, so will er auch in Oberwiera auf die Menschen zugehen. "Ich möchte zunächst die Menschen kennenlernen", fasst er zusammen. Das sei wichtig und unabdingbar, um lebendige Beziehungen aufbauen zu können. Aber Lange gibt auch zu, dass das nicht von heute auf morgen möglich sei. Immerhin würden sechs Orte zur Kirchgemeinde Oberwiera-Schönberg gehören, mit mehr als 600 Kirchgliedern. Auch werde er in der Schwesterkirchgemeinde Meerane tätig sein. Gleichwohl denke er, dass die Gläubigen froh und glücklich sind, wieder einen Pfarrer in ihrer Gemeinde zu haben. Denn Lange löst Sabrina Frank ab, die zuvor mehr als vier Jahre in Oberwiera-Schönberg als Pfarrerin tätig war. Sie hatte schon vor längerer Zeit eine der drei Pfarrstellen in Mülsen übernommen.

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