Ortschef spricht von "Verpflichtung gegenüber Vorfahren"

Im Glauchauer Ortsteil Wernsdorf ist das restaurierte Kriegerdenkmal aufgestellt worden. Das ist nicht die einzige Initiative in puncto Gedenken.

Glauchau.

Fast sieben Jahre hat es gedauert. 2013 ist im Wernsdorfer Ortschaftsrat über die Sanierung des Kriegerdenkmals erstmals gesprochen worden - damals im Kontext der hundertjährigen Wiederkehr des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Jetzt steht das restaurierte Denkmal auf dem neu gestalteten Sockel. "Das kann sich wahrlich sehen lassen, und unsere Hartnäckigkeit hat sich ohne Frage gelohnt", sagt der Wernsdorfer Ortsvorsteher Andreas Winkler. "Schließlich haben wir auch eine gewisse Verpflichtung, das Ansinnen unserer Vorfahren zu bewahren", fügt er hinzu. Solche Denkmäler könnten nur in den originalen Formen die Erinnerungsfunktionen wahrnehmen.

Das Denkmal auf dem Wernsdorfer Friedhof wurde abgebaut, zum beauftragten Unternehmen - eine Steinmetzwerkstatt in Stollberg - transportiert, dort gereinigt und partiell ausgebessert. Die Schrift auf der Vorderseite musste aufgearbeitet, Fugen mussten verschlossen oder wieder versetzt werden. "Wir haben im vergangenen Jahr dafür auch einen positiven Bescheid zur anteilmäßigen Förderung bekommen", sagt Winkler.

Die Kosten der Restaurierung beziffert die Stadt Glauchau auf 7800 Euro. Neben den Fördermitteln des Denkmalschutzes steuerten die Stadt und der Wernsdorfer Ortschaftsrat Geld bei. Mitarbeiter des Bauhofes haben das Fundament und den Sockel wieder in Ordnung gebracht. Für die Namen der Gefallenen wird laut Stadt in den nächsten Wochen eine Tafel angefertigt, da die Wiederherstellung der Namen im Stein aufgrund der Beschaffung des Rochlitzer Porphyrs nicht lange haltbar und denkmalpflegerisch nicht sinnvoll wäre. Dieses Vorhaben sei durch die Denkmalbehörde des Landkreises genehmigt worden.

Auch im Glauchauer Ortsteil Reinholdshain wird derzeit der Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Faschismus restauriert. Er steht auf dem Gelände des Kindergartens am Relsner Eck. Jetzt muss nur noch das dazugehörige Beet in Ordnung gebracht werden, heißt es aus der Ortschaftsverwaltung. Um die Pflege des Gedenksteins werde sich künftig der DRK-Kindergarten "Kleine Strolche" kümmern.

Im Rothenbacher Ortschaftsrat wird die Sanierung des dortigen Kriegerdenkmals ebenfalls diskutiert.


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