Pflanzenmeer überwuchert Bach

Farbige Blüten gibt es am Lungwitzbach Tausende. Doch das Indische Springkraut sorgt trotzdem nicht für Freude - zumindest bei der Talsperrenverwaltung.

Oberlungwitz/Bernsdorf.

Mittlerweile gehört die bunte Blütenpracht entlang von Bächen und Flüssen zu den typischen Bildern in den Sommermonaten. In den vergangenen Jahren hat sich das Indische Springkraut massiv ausgebreitet und wuchert stellenweise die Bachläufe zu. In Oberlungwitz im Bereich der Rogo-Werke ist der Bach zwischen den Ziegelmauern kaum noch zu sehen, in Bernsdorf blüht es vielerorts am Bernsbach und auch in St. Egidien sind entlang des Lungwitzbaches an manchen Stellen nur noch die rosafarbenen Blüten zu sehen, die ein Hingucker sind und auch bei den Bienen gut ankommen.

Doch bei der Landestalsperrenverwaltung, die für bestimmte Bachabschnitte zuständig ist, und bei den Kommunen sorgt die Pflanze nicht für Freude. "Standorttypische Vegetation wird durch das rasche und großflächige Ausbreiten des Indischen Springkrautes immer mehr zurückgedrängt. Die Pflanze trägt nur im sehr geringen Maße zur Stabilisierung bei. Die faustgroßen Wurzelballen bieten dem Ufer keinen Erosionsschutz", erklärte Britta Andreas, die im Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Landestalsperrenverwaltung Sachsen tätig ist. Das Springkraut gibt es schon länger in Sachsen, auch in Wäldern ist es mittlerweile oft zu finden. Ursprünglich kam das in Asien heimische Springkraut als Zierpflanze nach Europa, wo es auch für Bienen durchaus nützlich erschien. Es zählt zu den sogenannten Neophyten.

Da es sich durch die Vielzahl von Samen, die auch im Wasser schwimmen, schnell verbreitet, ist eine Eindämmung kaum möglich. Die Landestalsperrenverwaltung versucht zumindest gegenzusteuern. "Im Zuge von erforderlichen Baumaßnahmen zur Gewässerunterhaltung werden betroffene Bereiche von den Neophyten befreit. Außerdem kommen spezielle ingenieurbiologische Bauweisen zum Einsatz, die eine Neubesiedlung des Springkrautes erschweren", erklärt Britta Andreas. Nur wenn auch Kommunen und Bachanlieger gemeinsam gegen das Springkraut vorgehen würden und vor der Blütezeit möglichst alle Pflanzen an einem Bachlauf entfernen, vor allem auch in den Oberläufen, könnte die Pflanze zurückgedrängt werden. Doch das scheint unrealistisch. "Wir werden der Pflanze ja auch bei uns am Bernsbach nicht Herr", sagt Roswitha Müller (FDP), ehrenamtliche Bürgermeisterin von Bernsdorf. Auch andere Bachanliegerkommunen haben nicht die Kapazitäten in ihren Bauhöfen, um sich intensiv dem Springkraut zu widmen.

Eine weitere Pflanze breitet sich ebenfalls vielerorts aus. Der Japanische Staudenknöterich blüht zwar nicht bunt, aber wächst ebenfalls rasant. Er erreicht Höhen von bis zu vier Metern und kann an günstigen Standorten bis zu 30 Zentimeter am Tag wachsen. Mit seinem dichten Blattwerk sorgt er für so viel Schatten am Boden, dass eigentlich heimische Pflanzen absterben oder gar nicht erst wachsen. Den Boden an Bachböschungen macht er damit anfällig für Erosion bei Hochwasserereignissen.

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