Piks und gut?

Sch(m)erzhaft: Was die Region die Woche bewegte

Ein kleiner Piks und alles ist wieder gut. "Eto otschen charascho", schreibt mir Kolja aus Moskau. Er ist alter Brieffreund, und seitdem er ein Handy hat, schreibt er per Whatsapp. Das ist sehr gut, heißen die drei russischen Worte übersetzt. Was ist sehr gut? Dass Kolja bald gegen Corona geimpft wird, in seinem Riesenland? Ich weiß nicht, ob das sehr gut ist, und weiß auch nicht, was ich ihm zurückschreiben soll. Vielleicht: Solange man nicht weiß, was drin ist, sollte man aus dem Glas nicht trinken. Aber, nicht trinken, würde Kolja erschrecken.

Doch zurück zur Spritze hierzulande in Westsachsen. Die Städte und Gemeinden würden sich über Finanzspritzen freuen, gerade jetzt, wo solche Hilfe dringend gebraucht wird, angesichts der prognostizierten Steuerausfälle in Millionenhöhe. Jugendfeuerwehren üben sich im Zielspritzen, Wasserspritzpistolen haben angesichts der Hitze Hochkonjunktur. die Anästhesistin versetzt den zu Operierenden mit der Nadel in Trance, Stomatologen betäuben den Kieferbereich, manche Zeitgenossen müssen sich selbst spritzen, Veterinäre erlösen mit der Spritze schwerstkranke Vierbeiner, und die Kleinsten lassen allerlei Schutzimpfungen über sich ergehen, alles im Impfausweis vermerkt und abgestempelt. Überall werden Kanülen aufgezogen und mit dem Finger dagegen geklopft. Das Serum wirkt und jeder zeigt jedem die Einstichstelle. Und, das sei an dieser Stelle nicht verschwiegen, manchmal tut Spritzen auch weh.

Deshalb bin ich ja mehr für Schluckimpfung. Und schon wieder muss ich mit dem nötigen Anstand und dem vorhandenen Abstand irgendwie an Kolja denken.

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.