Reißfaserfabrik macht für Parkflächen Platz

Der Abriss ist beschlossene Sache. Damit verschwindet ein langjähriger Schandfleck aus der Werdauer Innenstadt.

Werdau.

Eine Firma aus Lengenfeld wird für 187.000 Euro die alte Fabrik an der Straße der Jugend abreißen. Die Mitglieder des Werdauer Stadtrates haben dafür auf ihrer jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. Erstaunt zeigten sich die Abgeordneten allerdings über die niedrige Angebotssumme. Eigentlich hatte ein Ingenieurbüro mit Kosten von 410.000 Euro für den bevorstehenden Abbruch gerechnet. "Wir haben das Angebot umfangreich prüfen lassen", sagte Karsten Piehler, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bau im Rathaus. Die Firma rücke mit ihren eigenen Maschinen an und verwerte Abbruchmassen selbst auf dem eigenen Betriebsgelände. Das Unternehmen habe beim Abriss des Gebäudes Bahnhofstraße 15 in Werdau bereits gute Arbeit geleistet. Volkmar Dittrich (Die Linke) wollte wissen, ob in der Auftragssumme die Kosten für die Beseitigung kontaminierten Materials enthalten sind. Wie Karsten Piehler sagte, hätten im Vorfeld entsprechende Untersuchungen an mehreren Stellen auf dem ehemaligen Werksgelände stattgefunden. "Vor allem ist es Maschinenöl, das in den Boden gesickert ist." Piehler sagte aber auch, dass man nicht alle Stellen im Gelände beprobt habe und es deshalb dazu kommen könnte, dass für die Entsorgung von belastetem Material noch einmal Kosten entstehen. Der Abriss selbst wird erst Mitte im August erfolgen. Das ist den tierischen Bewohnern der Brache geschuldet. Im maroden Gemäuer brüten seit Jahren Mauersegler. Und bis die Brut auch in diesem Jahr flügge ist, können die Abrissbagger nicht anrollen, so Piehler.

Auf dem Gelände sollen nach dem Abriss etliche Parkplätze entlang der Pleiße entstehen. Auch eine großzügige Grün- und Ruhe- zone, die dieses Stadtgebiet aufwertet, ist dort geplant. Für die anstehenden Arbeiten gibt es Fördermittel, ebenso wie für den Abriss, da das betroffene Gelände im Sanierungsgebiet Werdau-Süd liegt. Die Stadt Werdau konnte nach zähen Verhandlungen mit der Eigentümerin, die sich insgesamt über 15 Jahre hinzogen, die ehemalige Fabrik im November 2014 kaufen. Die Besitzerin aus Stuttgart, eine Goldschmiedin, hatte das Reißfaserwerk von ihren Großeltern geerbt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...