Rettungsdienst mit Waffe bedroht

Zwei Sanitäter sahen sich in Glauchau einer lebensgefährlichen Situation ausgesetzt. Der Patient zog einen Revolver.

Glauchau.

Eine solche Begegnung will Frank Petereit (Name von der Red. geändert) nicht noch einmal mitmachen müssen. Der erfahrene Rettungssanitäter hat schon viel erlebt, seit drei Jahren ist er in Glauchau tätig, aber mit einer Waffe wurde noch nie bedroht.

Es war in der Nacht zu Montag, als er und seine Kollegin zu einem Rettungseinsatz in die Waldenburger Straße nach Glauchau gerufen wurden. "Es hieß, ein älterer Patient leidet an Atemnot", sagt der Retter. Als die beiden am Ziel ankamen und ins Haus gingen, wurden sie von den Angehörigen in ein Zimmer geführt, in dem der Patient im Bett lag. "Es kam uns schon etwas komisch vor, der Mann lag angeblich seit sechs Stunden allein in dem Zimmer", sagt Petereit. Die beiden Rettungssanitäter sahen sich den älteren Mann an, fragten, wie es ihm geht und schlugen vor, ihn ins Krankenhaus zu fahren.

Doch da eskalierte die Situation. "Der Mann griff in die Schublade des Nachtschranks, wo Stofftaschentücher lagen. Ich dachte, der holt sich ein Taschentuch. Plötzlich hielt er mir einen Revolver an die Stirn", sagt der Sanitäter. Gemeinsam mit der Kollegin rannte er aus der Wohnung hinaus auf die Straße. Dort verschanzten sich beide hinter dem Rettungswagen und riefen die Polizei. Die bewaffneten Polizisten nahmen den Mann mit und fuhren ihn ins Krankenhaus, sagt Petereit. Die Polizei bestätigt den Vorfall. Kurz vor 1 Uhr sei am Montag die Polizei alarmiert worden. "Als wir vor Ort ankamen, gab es keine Bedrohungslage mehr", heißt es aus dem Lagezentrum. Dann hätten die Beamten eine Schreckschusswaffe sichergestellt.

Für die Rettungssanitäter sei es in dieser Situation nicht erkennbar gewesen, dass es sich um eine Schreckschusswaffe gehandelt hat.

"Wir waren froh, dass wir ohne Schaden herausgekommen sind", sagt Frank Petereit. Rettungseinsätze wollen sie auch künftig fahren. "Wir hoffen, dass passiert niemals wieder, und wir werden jetzt immer etwas vorsichtiger sein", sagt der Retter.

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