Ruine im Stadtzentrum soll weg

Im Herbst soll das marode Gebäude Leipziger Straße 33 in Glauchau abgerissen werden. Dabei geht die Stadt einen ungewöhnlichen Weg.

Glauchau.

Nicht nur das Gebäude Leipziger Straße 14 in der Glauchauer Fußgängerzone soll im Herbst abgerissen werden, auch die Leipziger Straße 33 kommt an die Reihe. Dabei handelt es sich um das große marode Haus gegenüber dem sanierten Toilettenhaus am Schillerpark. Das Gebäude steht direkt am Hang des Äußeren Stadtgrabens und ist mit Sicherungsnetzen versehen. Auf dem Dach wachsen kleine Bäume.

Die Stadt Glauchau hat den Abriss des Gebäudes ausgeschrieben. Demnach soll der Abriss im Zeitraum vom 28. September bis 18. Dezember über die Bühne gehen. Insgesamt sind mehr als 5400 Kubikmeter Gebäudesubstanz abzureißen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Darüber hinaus soll der Keller verfüllt, der Giebel des Nachbarhauses gesichert und das Brückengeländer um acht Meter verlängert werden.

In dem ehemaligen Verwaltungsgebäude, das seit den frühen 1990er-Jahren leer steht, war zu DDR der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) untergebracht. Das Haus ist nach Ansicht der Stadt äußerst marode und stellt eine Gefahr für die Umgebung dar. Deshalb soll es abgerissen werden.

Dabei geht die Stadt einen ungewöhnlichen Weg, denn das Haus gehört ihr nicht. Um den Abriss zu ermöglichen, zieht die Stadt den Paragrafen 179 des Baugesetzbuches. Der besagt, dass die Kommune den Eigentümer zwingen kann, zu dulden, dass ein Gebäude ganz oder teilweise beseitigt wird, wenn mit Modernisierung oder Instandsetzung die Mängel nicht mehr beseitigt werden können. Der Stadtrat hatte dieser Vorgehensweise im April zugestimmt.

Am 9. Juli hat die Stadtverwaltung gegenüber dem Eigentümer das Gebot zur Duldung des Rückbaus der verwahrlosten Immobilie ausgesprochen, teilt Rathaussprecherin Bettina Seidel mit Zwei Tage später sei der Bescheid zugestellt und mittlerweile sei rechtskräftig, sodass der Abriss in Angriff genommen werden kann. Die Sächsische Aufbaubank Fördermittel in Höhe von 90 Prozent der Kosten bewilligt. Der Eigentümer sei nach Beräumung der Fläche in Höhe der Wertsteigerung des Grundstücks zur Kostenerstattung verpflichtet.

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